Miet-Legenden: Gefährliches Halbwissen kann für Ärger sorgen

6. Dezember 2008 | von

Wie in vielen anderen Dingen des Lebens werden auch im Mietrecht diverse Mythen und Legenden immer wieder weitergegeben. Diese haben sich zum Teil nach einiger Zeit dann so verfestigt, dass sie für geltendes Recht gehalten werden. Dabei sind und bleiben diese Gerüchte auch nach vielen Jahrzehnten das, was sie schon immer waren: Halbwahrheiten, die unter Umständen das Verhältnis zum Vermieter verkomplizieren können.

Eine laute Party pro Monat?

Da wäre zum Beispiel das Gerücht von lauten Partys, die angeblich einmal pro Monat gefeiert werden dürfen. Auf den ersten Blick erscheint das auch nicht weiter schlimm, aber bei 15 Mietparteien in einem Haus könnte man nur alle zwei Nächte in Ruhe schlafen, ohne das irgendwo in der Nachbarschaft eine Party läuft. Zu lautes Feiern ist und bleibt verboten, denn es muss sowohl auf die anderen Mieter Rücksicht genommen als auch die Nachtruhe eingehalten werden.

Kündigung provozieren? Besser nicht…

Und selbst wenn man mit lauten Partys oder dem Einstellen der Mietzahlungen seine Kündigung provozieren möchte, sollte man vorsichtig sein: Die Miete muss bei erfolgter fristloser Kündigung durch den Vermieter so lange weitergezahlt werden, bis dieser einen Nachmieter für die Wohnung gefunden hat. Das kann unter Umständen länger dauern und teurer werden als gedacht.

Mietvertrag ist Mietvertrag

Wenn man einen Mietvertrag unterzeichnet hat, ist dieser bindend. Selbst wenn man noch nicht in die Wohnung eingezogen ist und in der Zwischenzeit ein besseres Angebot gefunden hat, kann man nicht so einfach vom Vertrag zurücktreten – dieses Vorgehen ist im Mietrecht nicht vorgesehen. Man kann lediglich seinen Vertrag fristgemäß kündigen oder auf eine gütliche Einigung mit dem Vermieter hoffen.


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