Open-Air Konzert mit Lightshow auf dem Balkon – was ist erlaubt?

11. Dezember 2008 | von

Wer seine Nachbarschaft mit Weihnachtsmusik beglücken möchte, sollte bedenken: Laute Musik auf dem Balkon ist natürlich nicht erlaubt. Wer seine Nachbarn mit Musik beschallt, muss damit rechnen, dass die Polizei zweimal klingelt – wegen Ruhestörung. Auch bei weihnachtlicher Deko wie Lichterketten und dem traditionellen Schwibbogen ist Vorsicht angebracht. Hobbydekorateure sollten bedenken, dass grell in des Nachbars Schlafzimmerfenster scheinende Lichter ebenso wenig erlaubt sind wie ein Eingriff mit Nägeln und Schrauben in die Außenfassade. Hierfür muss immer der Vermieter informiert werden.

Wer eine Terrasse besitzt, darf sie unter Beachtung der Ruhezeiten (13.00-15.00 Uhr und ab 22.00) gerne zum Fernsehen, Musik hören oder für eine Grillparty benutzen, dagegen kann der Nachbar nichts ausrichten. Wenn sie allerdings nur einen Balkon ihr Eigen nennen, könnte die Grillparty ins Wasser fallen. Der Hauseigentümer kann per Hausordnung wegen der zu erwartenden Streitigkeiten (LG Essen, AZ 10 S 438/01) das Grillen und Braten von Fleisch untersagen, weil Nachbarn von Rauch und Geruch belästigt werden können – ein hartes Brot für Freunde der Thüringer Rostbratwurst. Ist der Hunger zu groß und der Mieter wirft den Rost trotzdem an, droht die Kündigung durch den Vermieter.

Rauchen auf dem Balkon ist erlaubt

Andere Nebelschwaden sind dagegen erlaubt: Das Rauchen auf dem Balkon kann ihnen nicht verboten werden, da es zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache gehört (AG Bonn 6 C 510/98)– und der Balkon gehört zur Mietsache. Wenn sich ein Nachbar durch den blauen Dunst belästigt fühlt, sollte man dieses Problem im Sinne eines harmonischen Miteinanders zwar gütlich klären, ein Unterlassungsanspruch hat der Nachbar allerdings nicht.

Wäschetrockner erlaubt

Auch der Wäscheständer darf auf dem Balkon aufgestellt werden, selbst wenn in der Hausordnung vorgesehen ist, dass zum Trocknen der Kleidung ausschließlich der Trockenraum genutzt werden darf. Der Vermieter muss hier dem individuellen Wunsch seines Mieters zustimmen. Auch ein bereits angebrachtes Katzennetz braucht nicht wieder abgenommen werden, denn es ist weder fest mit dem Gebäude verbunden noch mit dem bloßen Auge zu erkennen. Entsprechende Beschlüsse von Eigentümerversammlungen sind deshalb nicht gültig (Amtsgericht Köln, AZ: 222 C 227/01).

Haustiere auf dem Balkon?

Katze und Hund dürfen zwar auf dem Balkon spielen, aber nicht gehalten werden. Kleinere Haustiere wie Hamster oder Meerschweinchen können nur dann auf dem Balkon untergebracht werden, wenn die Nachbarn nicht durch Geruch und Uringestank belästigt werden. Ähnlich verhält es sich bei Vögeln: Wenn Wellensittich Hansi mit Vorliebe die Nachbarschaft mit Krächzlauten beschallt, muss er bei Beschwerden wieder zurück in die Wohnung – bei geschlossenen Fenstern.

Weitere Hinweise zum Thema erhalten Sie im ersten Teil unseres Balkon-Ratgebers.


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