Schornsteinfeger-Monopol gelockert

6. Januar 2009 | von

Seit Anfang dieses Jahres können Mieter und Hauseigentümer für Überprüfungs- und Wartungsarbeiten an Feuerstellen auch die Dienste von Sanitär- und Klimaanlagentechnikern sowie ausländischen Firmen in Anspruch nehmen. Bisher war auch diese Aufgabe exklusiv den Schornsteinfegern vorbehalten – durch eine Regelung aus dem Jahre 1935. Wichtige Kontrollen und die Feuerstättenbeschau müssen aber weiterhin von Schornsteinfegern durchgeführt werden.

Das Kehrmonopol – ein Relikt aus dem Nationalsozialismus

Das sogenannte „Kehrmonopol“ unterteilt Deutschland in etwas 8.000 Kehrbezirke mit jeweils einen Bezirksschornsteinfeger, dem der freie Zutritt zu Häusern und Wohnungen zu gewähren ist – eine freie Wahl war bisher nicht möglich. Ähnlich starr war auch die Branche: Nach Lehre und Meisterprüfung bekam der Schornsteinfeger nach einer Wartezeit von circa 15 Jahren einen Kehrbezirk zugeteilt, den er bis zur Rente behält. Nicht nur Zyniker werden dabei an die Vergabepraxis der PKW Trabant in der DDR erinnert…

Etliche Ofen- und Kaminbesitzer empfinden den Schornsteinfeger auch nicht als Glücks-, sondern eher als Rechnungsbringer, der einmal im Jahr vorbeikommt und die Heizungsanlagen – egal ob alter Kohleofen oder moderne Erdwärmeanlage – überprüft. Hatte der Schonsteinfeger etwas zu beanstanden, kontrollierte er wenige Zeit später, ob die Mängel behoben sind – und erstellte die nächste Rechnung.

Kritiker der bisherigen Regelung beanstandeten vor allem die fehlende Konkurrenz auf Dächern und in Heizungskellern, die Leistung der schwarzen Männer für die Anlagensicherheit und Umweltverträglichkeit dagegen ist unbestritten. Weitere Details zum gelockerten Kehrmonopol auf Süddeutsche.de.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Ratgeber abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.