Russland dreht den Gashahn zu – muss Deutschland jetzt frieren?

7. Januar 2009 | von

Der russische Bär spielt bei sibirischer Kälte mit den Muskeln und hat die Gaslieferungen nach Südosteuropa eingestellt. Mit welchen Konsequenzen hat nun Deutschland zu rechnen? Angesichts der tiefsten Temperaturen seit 22 Jahren, fragen sich viele Deutsche, ob die Gasversorgung hierzulande gefährdet ist und man aufs Heizen gar verzichten muss. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) beschwichtigt die Verbraucher vorerst und beruhigt: es seien weder höhere Preise noch kalte Wohnungen zu befürchten.

Bundeswirtschaftsminister Glos beschwichtigt

In einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung sagte Glos: „es müsse sich niemand fürchten, dass er im Winter frieren wird“. Zudem müsse man zunächst nicht mit steigenden Gaspreisen rechnen, da Gasversorger an langfristige Verträge gebunden sind und der Gaspreis mit der Entwicklung des Ölpreises gekoppelt ist. Seiner Meinung nach würde sich der Gaspreis in den nächsten Wochen eher nach unten bewegen. Derweil müsse sich Deutschland zukünftig um alternative Bezugsquellen und Transportrouten für Gas und Öl bemühen, um das etwaige Risiko von Engpässen zu mindern und den Wettbewerb zu fördern, so Glos.

Unterstützung erhält Glos vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das ebenfalls die Gasversorgung in Deutschland für nicht gefährdet sieht. Laut DIW bezieht Deutschland insgesamt 40 Prozent aus Russland, vier Fünftel davon laufen über die derzeit zugedrehte ukrainische Pipeline. Dies könne laut DIW mit Gaslieferungen aus Norwegen und anderen Ländern ersetzt werden. Auch die vom Bundeswirtschaftsminister angesprochenen Tendenzen zum Gaspreis sind nach Einschätzungen des DIW zutreffend.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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