Hypo Real Estate vor Teilverstaatlichung?

14. Januar 2009 | von

Weiter Wirbel um die Hypo Real Estate: Nach übereinstimmenden Berichten der Nachrichtenagenturen Reuters und dpa steht der Staat offenbar vor einem Einstieg beim angeschlagenen Immobilienfinanzierer. Ein Engagement wäre nach der 25-prozentigen Beteiligung an der Commerzbank bereits die zweite Teilverstaatlichung einer Bank innerhalb kürzester Zeit.

Laut den Aussagen eines Bankers im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ stehe die Teilverstaatlichung grundsätzlich fest, allerdings sei noch keine definitive Entscheidung gefallen. Im Moment wird noch über unterschiedliche Modelle diskutiert, darunter eine direkte Beteiligung des Staates. Zudem ist noch unklar, ob die Tochterbank Depfa, die durch ihre finanzielle Schieflage die Krise der Hypo Real Estate ausgelöst hatte, abgespalten wird.

Ingesamt haben Banken und Bund seit Beginn der Krise bereits über 80 Milliarden Euro in den angeschlagenen Immobilienfinanzierer gesteckt, um die Bank vor dem totalen Zusammenbruch zu bewahren. In der Zwischenzeit hatte sich die Bank von mehreren Topmanagern getrennt und will ihr Geschäftsmodell neu ausrichten.

Der Aktienkurs des ehemaligen Börsengeheimtipps geht unterdessen auf Talfahrt. Gegen 14:40 stand das Wertpapier der Bank auf einem historischen Tiefststand von 2,00 €, einem Minus von 8,68% zu Vortag. Anfang vergangenen Jahres notierte die Aktie noch bei knapp 35 Euro, ehe sie einen rekordverdächtigen Kurssturz erlebte.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Geld / Finanzierung abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.