Das Volks-Dschungelcamp – demnächst beim Discounter?

19. Januar 2009 | von

Das Leben im Dschungel scheint wieder ziemlich beliebt zu sein. Nachdem der Mensch im Laufe der Jahrtausende das Wohnen in den eigenen vier Wänden (möglichst aus Beton) dem Leben zwischen Bäumen und Sträuchern vorgezogen hat, tauschen im Moment eine ganze Reihe von Prominenten (Kategorie D bis F, auf der Suche nach der zweiten Karriere, falls eine Erste überhaupt vorhanden war) ihre Villen mit dem „wilden“ australischen Dschungel. Nicht einmal gefährliche Tiere wie Spinnen und Schlangen sowie freilaufende Österreicherinnen können sie davon abhalten – das Abenteuer ruft.

Wir haben die Vor- und Nachteile des Dschungellebens gegenüber einer normalen Immobilie untersucht und wer weiß, vielleicht finden sie bei Immobilo ja auch bald den Immobilientyp „Dschungelhütte“…?

Ausstattung und Lage: Eine Wohnfläche lässt sich oft nur schwer abschätzen, auch ist fast jede Wohnung eine Erdgeschosswohnung – es sei denn, es handelt sich um ein Baumhaus. Dieses bietet dann aber immerhin eine Premium-Aussicht und Penthouse-Feeling. Der Zugang ist allerdings nur selten durch einen Aufzug gewährleistet, dafür gibt zumeist es einen großen Vorgarten mit einer recht großzügig geschnittene Terrasse, die im Prinzip immer irgendwie nach Süden ausgerichtet ist.

Eine Einbauküche ist nur sehr vereinzelt vorhanden oder gar nicht vorgesehen, auch die sanitären Anlagen sind oft gewöhnungsbedürftig. Auch das Außen-WC kann man sich nur mit „back-to-the-roots“ schönreden, dafür gibt es eine leistungsstarke Lüftung gegen unschöne Gerüche vom Typ „Monsun“. Vorteil: nirgendwo sind alte und gesundheitsgefährdende Bleirohre verlegt.

Äußerst bescheiden ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. S- und U-Bahn verkehren noch nicht regelmäßig durch den Dschungel, allerdings muss man wahrscheinlich auch nicht  zur Arbeitsstelle fahren.

Vorteil: Vor- und Nachteile halten sich die Waage: UNENTSCHIEDEN 1:1

Wohnqualität: Liegt ganz im Auge des Betrachters, ist aber üblicherweise als „rustikal“ zu bezeichnen. Humusboden, sprießende Pflanzen und allerlei Getier – auf manchen Teppichboden in deutschen Wohnungen sieht es kaum anders aus. Nervige Nachbarn gibt es weit und breit keine, ab und an könnten ihnen aber wilde Tiere begegnen. Vorteil: Das ist wie im Zoo, nur ohne Eintritt und Zaun. Dennoch Vorsicht: Sollten sie in Australien unterwegs sein, laufen ihnen unter Umständen derzeit ein paar zickige Deutsche über den Weg.

TV- und Radio sind nur schwer zu empfangen, was beim heutigen Formatradio allerdings kein Nachteil sein muss. Seichter Allerweltspop bleibt ihnen erspart, dafür können sie den Melodien (garantiert keine Plagiate!) verschiedenster Vogelarten lauschen. Weiterer Vorteil: Es muss keine GEZ bezahlt werden. Wer auf Fernsehen dennoch nicht verzichten will, dem sei versichert: Es läuft 24 Stunden am Tag der Discovery-Channel.

Für eine wohlige Wärme sorgt der Dschungel übrigens von ganz alleine, es gibt im Regenwald auch kein Problem mit trockener Luft. Die natürliche Lüftung versorgt sie rund um die Uhr mit unverbrauchter Luft, Stoßlüften entfällt somit.

Interessant für die gepflegte Dame von heute: Nagelstudios und Friseure sind selten, dafür gibt es kostenlose Solarien.

Vorteil: 50/50: Je nach Geschmack lassen sich durchaus etliche Vorzüge fürs Dschungelleben erkennen. Stand: 2:2 Unentschieden

Umweltverträglichkeit: Bei Bau des Dschungels wurden keinerlei umweltbelastende Materialien verwendet, zudem wurde auf Nachhaltigkeit geachtet. Auch beim Bau von Dschungelhütten werden natürliche Baumaterialien verwendet.

Vorteil: Dschungel, Stand: 3:2 für den Dschungel

Kosten: Wohnen im Dschungel kann man getrost als kostengünstig bezeichnen. Keine Maklerprovision, keine Miete, keine Kaution und keine horrenden Nebenkosten. Nicht mal einen Schornsteinfeger muss man reinlassen und hinterher bezahlen!

Vorteil: Dschungel 4:2 für den Dschungel

Fazit: 10 „Stars“ können nicht Irren! Das Leben im Dschungelcamp hat wirklich unschlagbare Vorteile, die sich durch eine kleine Hütte noch potenzieren lassen. Für den wahren Dschungel sollte vorher aber besser noch ein Survival-Training absolvieren, denn dort gibt es keine Rund-um-die Uhr Bewachung, medizinische Betreuung, nett drapierte Tierchen, einen mit Plastik ausgelegten Tümpel und einer regenabweisenden Plane in den Bäumen…
Um das Dschungelleben erst mal anzutesten, lässt sich für den Anfang auch erstmal eine nette Hütte mieten, die noch die eine oder andere gewohnte Annehmlichkeit bietet…


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2 Kommentare zu Das Volks-Dschungelcamp – demnächst beim Discounter?

  1. Adrian Brückner sagt:

    Höhö.

    Aber es gibt weit und breit kein Stadion bzw keine Fussballmannschaften. Und bevor es nicht eine Dschungelliga gibt, kommt ein Umzug in den Regenwald – trotz aller anderen Vorteile – für mich nicht in Frage. 8)

  2. Pingback: Dschungelcamp - ich freu mich drauf... - Puffbohne.de-Forum

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