Eine Scheidung tut weh: Ehevertrag bei Immobilien empfehlenswert

3. Februar 2009 | von

Auch wenn es schwer fällt – vor Beginn der Ehe sollten die Hochzeitswilligen sich unbedingt mit dem Thema Ehevertrag beschäftigen, besonders wenn Immobilien oder auch Kredite mit in die Ehe gebracht werden.

So gelten gerade Immobilien als Streitpunkt bei gescheiterten Beziehungen. Wird kein Ehevertrag geschlossen so gilt auch bei Haus- oder Wohnungseigentum das Prinzip der Zugewinngemeinschaft. Als Beispiel folgende Rechnung: Hat ein Partner ein Haus für 400.000 Euro erworben welches heute einen Wert von 440.000 Euro hat, so erhält jeder der Ehepartner 220.000 Euro nach der Scheidung.

Meistens sind noch etwaige Hypotheken oder Krediten für das Haus fällig, die ein Partner alleine mit der Auszahlung an den ehemaligen Partner nicht stemmen kann, somit muss das Haus konsequenter Maßen veräußert werden. Solche Zwangsverkäufe bringen selten den aktuellen Wert der Immobilie ein, daher empfiehlt sich grundsätzliche Regelung im Streitfall bei Immobilien und deren Finanzierung im Ehevertrag festzuhalten – selbst wenn der bisher nur der Traum vom Eigenheim vorhanden ist. Bringt einer der beiden Parteien eine Immobilie mit in die Ehe, so sollte man unbedingt eine Gütertrennung vereinbaren, somit ist gewährleistet, dass das Objekt auch nach einer Trennung Eigentum des Partners bleibt, falls keine Gütertrennung vereinbart, greift in solchen Fällen wiederum die Zugewinngemeinschaft. Bei Gütertrennung müsste der Partner mit der Immobilie dem ehemaligen Lebensgefährten übrigens 10 % des ursprünglichen Verkehrswert des Hauses zahlen, also im obigen Fall 40.000 Euro.

In jedem Fall gilt: bei Unsicherheit immer einen Anwalt konsultieren, damit alle Vereinbarungen wasserdicht sind.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Eine Scheidung tut weh: Ehevertrag bei Immobilien empfehlenswert

  1. Frank Arndt sagt:

    Ein Ehevertrag ist immer eine gute Idee und besonders in internationalen Scheidungen wenn nun, nach der House of Lords Entscheidung in McLeod v McLeod [2008] UKPC 64 eine Beruecksichtigung in England immer mehr Form annimmt.

    Frank Arndt ist Head of international Family Law, Solicitor und Rechtsanwalt @ Stowe Family Law LLP

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