Tempelhof: Wowereit lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen

6. Februar 2009 | von

Die massive Kritik an Berlins regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) reißt nicht ab. Nach der schnellen Entscheidung für eine Vermietung des Flughafens Berlin Tempelhof an die Modemesse „Bread & Butter“ gab es nicht den erhofften Jubel für den sensationellen Coup, sondern harsche Kritik von allen Seiten. Nun soll sogar ein Volksbegehren für Neuwahlen gegen den Sozialdemokraten gestartet werden.

Hinter dem neuen Volksbegehren steht der Verein „Das Thema Tempelhof“, der weiter für die Nutzung Tempelhofs als Flughafen kämpft. Die Aktion erweckt den verzweifelten Eindruck, dass die Organisatoren des verlorengegangen Volksentscheides aus dem letztjährigen April nochmals zur Attacke blasen wollen. Trotz alledem: Immer mehr wichtige Vertreter der Berliner Wirtschaft schließen sich der massiven Kritik zu Wowereits Entscheidung an. In einem an den Wirtschaftssenator Harald Wolf (die Linke) adressierten Brandbrief kritisieren unter Anderem IHK-Präsident Eric Schweitzer und der Vorsitzender der Handwerkskammer, Stephan Schwarz, die Entscheidung pro „Bread & Butter“ scharf und befürchten einen immensen wirtschaftlichen Schaden für die Bundeshauptstadt.

Da hilft es auch nicht, daß Wowereit am Dienstag – rund eine Woche nach der Entscheidung – seine Beweggründe detailliert erklärte. So wäre zu befürchten gewesen, daß die Modemesse nach Mailand zieht und Berlin somit 60 Millionen an Einnahmen entgehen würden, zudem sei das Vorgehen mit Wirtschaftssenator Wolf sowie Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) abgesprochen gewesen – die für den Ideenwettbewerb Tempelhof zuständige Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) wurde allerdings übergangen. Auch von einer kurzfristigen Entscheidung könne keine Rede sein, da Bread & Butter-Chef Müller schon seit längerer Zeit an Tempelhof als Heimstadt für die Modemesse gedacht habe.

Rückenwind bekommt Wowereit allerdings von Tourismus-Experten. Diese halten die Ansiedlung der Modemesse gar für ein „Geschenk des Himmels“ und „den größten Ansiedlungserfolg Berlins der letzten Jahre“ (Tagesspiegel). Als Ankermieter würde „Bread & Butter“ nun täglich bis zu 40 Anfragen für die Nutzung von Hangars und Freiflächen erhalten. Ob sich darunter auch folgende sehr nette Idee befindet, wissen wir allerdings nicht.


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