Tegel als Zentrum für Klimaschutz?

21. Februar 2009 | von

Wenn Berlin 2012 seinen neuen Großflughafen „BBI“ eröffnet (vorausgesetzt, es finden sich genügend Handwerker), sind die Tage des alten Airports Tegel gezählt. Die Diskussion um die Nachnutzung des 466 ha großen Geländes, welche bei der Schließung des Flughafens Tempelhof versäumt wurde, soll nun für Tegel rechtzeitig forciert werden. Der Architekt des Airports hat bereits erste Ideen.

Vor knapp 40 Jahren entwarf Architekt Meinhard von Gerkan das charakteristische, wabenförmige Hauptterminal des Flughafens Tegel, nun entwickelt der Geschäftsführer des Architekturbüros gmp auch die ersten Visionen für eine Nachnutzung des Geländes. Auf dem Immobilien-Symposium der Berliner Morgenpost erläuterte er sein Konzept der „Energie Plus Stadt“, einem Zentrum für Klimaschutz, erneuerbare Energien und nachhaltiges Bauen. Damit könne Tegel „zum globalen Schaufenster für Umwelttechnologie made in Germany“ werden, ein beherztes Handeln vorausgesetzt.

Zupacken statt zögern

Als warnendes Beispiel für zu abwartendes Handeln nannte von Gerkan den Großflughafen „Berlin Brandenburg International“, der durch zu lange Planungszeiten die Chance verspielte, „Drehkreuz für die Luftfahrt zu werden“.

Auch die Politik setzt sich mit der Nachnutzung des Flughafens auseinander. Seit einem Jahr existiert die durch Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer (SPD) initiierte Projektgruppe Tegel, deren erste Ideen bei von Gerkan allerdings keine Begeisterung auslösten. Den Vorschlag des Leiters der Abteilung Stadt- und Freiraumplanung, Reiner Nagel, Tegel als Standort der Olympischen Spiele oder einer Weltausstellung zu konzipieren, kommentierte von Gerkan trocken: „Bei den Olympischen Spielen wäre Berlin erst in 30 Jahren wieder dran“.


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