Kirche muss Immobilien verkaufen

23. Februar 2009 | von

Selbst im gottesfürchtigen Bayern beklagen die Kirchen einen Mitglieder- und Einnahmeschwund. Als Folge gestaltet sich der Unterhalt der Kirchenimmobilien zunehmend schwierig. Um Geld zu sparen, hat das Landeskirchenamt der evangelischen Kirche Bayern das Projekt „Immobiliensicherung“ ins Leben gerufen.

Etwa fünf Millionen Euro lässt sie die Kirche die Datensammlung und –evaluierung kosten. Auf dem Prüfstand stehen alle der knapp 7.000 Objekte der Landeskirche. Neben den etwa 2.000 Kirchen und Kapellen sind auch Gemeinde- und Pfarrhäuser sowie Mehrzweckgebäude und Kindergärten betroffen. Es soll nun indivduell geprüft werden, wie die mittel- bis langfristige Entwicklung der Gemeinden aussieht, wie hoch die laufenden Kosten der Objekte sind und welche Gelder für Reperaturen und Sanierung eingeplant sind. Die drängenste Frage lautet allerdings: Was kann sich die Kirche noch leisten und auf was kann sie verzichten?

Dramatischer Mitgliederrückgang drängt zu Entscheidungen

Statistiker erwarten in den nächsten 20 Jahren einen Rückgang der Kirchenmitglieder um 20 Prozent. Noch dramtischer sieht es bei den Einnahmen durch die Kirchensteuer aus. Berechnungen zufolge gehen diese um sogar 25 Prozent zurück. Dadurch wachsen die finanziellen Belastungen für den Gebäudeunterhalt in den Gemeinden erheblich. Folglich muss die Kirche über kurz oder lang Immobilien veräußern oder vermieten, um die finanzielle Mehrbelastung tragen zu können.

Ob die Kirche am Ende wirklich die Jesus-Kruzifixe aus den entwidmeten Kirchen abhängt, bleibt jedoch abzuwarten. Für viele Gläubige ist es jedoch ganz sicher eine Horrorvorstellung.


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