Mehrheit der Wohngebäude in Deutschland mit Energieausweis

27. Februar 2009 | von

Zu seinem sechsmonatigen Jubiläum kann der Energieausweis eine durchwachsene Bilanz vorweisen. Zwar besitzt die Mehrheit der Wohngebäude inzwischen das energetische Bewertungs-Zertifikat, die Bilanz bei privat vermieteten Immobilien sieht jedoch mager aus. Das ergab eine Umfrage der Deutschen-Energie-Agentur (Dena) unter Vermietern.

Demnach besitzen insgesamt etwa 60 Prozent der Wohngebäude in Deutschland inzwischen den am 1. Juli 2008 eingeführten Energieausweis. Dabei ist der Anteil der Gebäude mit Energieausweis bei gewerblichen Vermietern mit 82% jedoch wesentlich höher als bei privaten Vermietern, von denen lediglich 31 Prozent das Zertifikat besitzen. Thomas Kwapich, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude bei der dena bewertet das Ergebnis durchaus positiv: „Das Umfrageergebnis zeigt, dass der Energieausweis inzwischen auf dem Immobilienmarkt angekommen ist. Allerdings liegen die privaten Vermieter beim Kenntnisstand und bei der Ausstellung von Energieausweisen für ihre Wohngebäude noch deutlich zurück.“ Knapp ein Viertel der Vermieter wissen zudem nicht, daß der Energieausweis bei Neuvermietungen zwingend vorgeschrieben ist.

Auch bei der Art des Energieausweises fällt das Ergebnis unterschiedlich aus. Der auf Heizkostenabrechnungen basierende Verbrauchsausweis ist mit 78 Prozent Anteil deutlich häufiger vorhanden als der auf einer umfassenden technischen Analyse der Bausubstanz und der Heizungsanlage beruhende Bedarfsausweis mit 22 Prozent. Ein Grund könnten die Kosten sein: Ein Verbrauchsausweis kostet mit 20 € weniger als der Bedarfsausweis, der mit Minimum 50 € zu Buche steht.

Wenig Hilfsbereitschaft, den Energieausweis zu etablieren, findet sich bei den Vermietern. So zeigen lediglich 28 Prozent der Vermieter den Energieausweis bei Wohnungsbesichtigungen freiwillig vor, 68 Prozent dagegen nur auf Nachfrage. Die Bereitschaft hängt zudem vom energetischen Zustand des Gebäudes ab. Wenn ein Gebäude nur unzureichend gedämmt ist und im gelben oder roten Bereich der Ausweis-Skala liegt, verschleiern die Vermieter das gerne – schließlich ist in solchen Gebäuden mit hohen Kosten für Heizung und Warmwasser zu rechnen.


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