Marihuana-Pflanzen in der Wohnung verboten

28. Februar 2009 | von

Wer in seiner Wohnung in erheblichen Umfang Cannabis-Pflanzen anbaut und züchtet, der riskiert die fristlose Kündigung durch den Vermieter – von den strafrechtlichen Folgen mal komplett abgesehen.

Der Deutsche Mieterbund in Berlin (DMB) weist auf diesen Sachverhalt hin und beruft sich dabei auf mehrere einschlägige Urteile.

Demnach urteilte das Amtsgericht Köln (Az. 219 C 554/07), dass der Anbau von Cannabis in der Wohnung einen „Missbrauch der Mietsache“ darstelle. In dem verhandelten Fall stellten Beamte 13 Marihuana-Pflanzen mit einer Höhe von bis zu 110 Zentimetern sowie 43 Blumentöpfe mit Reststängeln sicher. In solchen Fällen habe der Vermieter das Recht, den Mieter fristlos zu kündigen. Es sei dem Vermieter nicht zuzumuten, dass das Mietverhältnis bis zum Ablauf der vereinbarten Kündigungsfrist aufrecht erhalten werden kann.

In das gleiche Horn bläst das Amtsgericht Hamburg-Blankenese (Az. 518 C 359/07). Die Richter gaben einem Vermieter Recht, der seinen Mieter verklagte, da dieser seine Wohnung planmäßig zur Begehung von Straftaten durch den Anbau von Cannabispflanzen im Keller nutze und somit scherwiegend gegen seine mietvertraglichen Pflichten verstieß.

Auch das Landgericht Ravensburg (Az. 4 S 127/01) stellte in einem Urteil fest, dass der unerlaubte Anbau von Marihuana in einer Wohnung eine gravierende Verletzung des Vertrauensverhältnisses zwischen Mieter und Vermieter darstellt. Es bestehe zudem die Gefahr, dass durch den planmäßigen Anbau die Mietsache an sich in Verruf gerät.

Marihuana-Pflanzen in der Wohnung verboten, 4.0 out of 5 based on 1 rating

Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
1

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter News, Rechtliches abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.