UNESCO Weltkulturerbe von Bischof verschandelt

3. März 2009 | von

Das mit Abstand bedeutendste Kloster der serbisch-orthodoxen Kirche hat einen ungewöhnlichen neuen Anstrich erfahren müssen. Der für das Bauwerk zuständige Bischof hat in einer Nacht und Nebelaktion die komplette Außenfassade des altehrwürdigen Patriarchats umstreichen lassen und mehrere Ornamente an den Außenwänden nach Belieben verändert.

Der für das Patriarchenkloster Peć zuständige Bischof Artemije hat die Mauern des aus dem 14. Jahrhundert stammenden und bis dahin ursprünglich gebliebenen Klosters rot anstreichen lassen, um es unbestätigten Berichten zufolge „besser sichtbar“ zu machen. Die Aktion des Bischofs sorgt in der Fachwelt für Entsetzen.

Der handfeste Kunstskandal bringt nicht nur Künstler, Historiker oder die UNESCO auf die Palme, mittlerweile hat sich auch die serbische Regierung eingeschaltet. Der zuständige Kultusminister lies verlauten, dass man nicht einfach seinem privaten Geschmack folgen könne ohne Rücksicht auf die Kunsthistoriker. Gleiches klingt aus der Ecke der Denkmalschützer, die die Authentizität des Klosters durch diese Aktion als zerstört ansehen. Es handele sich schlichtweg um eine Fälschung der Geschichte.

Ob das Kloster weiterhin auf der UNESCO Liste stehen wird ist offen, der eigenwillige Bischof hingegen schaltet auf stur und spricht mit keinem Menschen über diese sehr fragwürdige Aktion. Das ehrwürdige Bauwerk gilt mit seinen Kunstschätzen, Gräbern und Schreinen als die Schatzkammer serbischer Geschichte und heiligster Ort der serbisch-orthodoxen Kirche.


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