Mieterbund fordert energetische Sanierung der Immobilienbestände

17. März 2009 | von

Die steigenden Wohnnebenkosten sind für viele Mieter inzwischen eine schwere finanzielle Belastung. Deshalb ist nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes die energetische Sanierung der Wohnungsbestände die größte wohnungspolitische Herausforderung der nächsten Jahre.

Der Bund solle deshalb im Rahmen der Gesetzgebung klare Vorgaben zur Verbesserung der Energieeffizienz und dem gesteigerten Einsatz erneuerbarer Energien treffen. Dr. Franz-Georg Rips, Präsident des Mieterbundes (DMB), warnte vor einer drohenden Preisspirale bei fossilen Brennstoffen und einer damit einhergehenden dramatischen Erhöhung der Wohnnebenkosten.

Bereits jetzt müssten viele Haushalte weit mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Wohnkosten zahlen, besonders einkommensschwächere Haushalte sind von den gallopierenden Energiekosten betroffen. So stieg der Preis für Öl im Jahre 2008 teilweise um bis zu 65% und auch das an die Ölpreisentwicklung gekoppelte Gas wurde deutlich teurer. Rips warnte davor, sich von den im Zug der Finanz- und Wirtschaftskrise stark gefallenen Preisen für Öl und Gas blenden zu lassen. „Die Preise für fossile Brennstoffe werden wieder steigen. Schon für 2010 erwarten Experten der Internationalen Energieagentur Preise auf Rekordhöhe“, so Rips.

Energetische Sanierung bestehender Wohnungen muss vorangetrieben werden

Rips kritisierte in diesem Zusammenhang die aktuelle gesetzliche Lage. So richten sich die Vorgaben und Anforderungen für den Einsatz erneuerbarer Energien hauptsächlich an den Bau neuer Wohnungen, der schon seit Jahren rückläufig ist: Im vergangenen Jahr wurden nur noch knapp 150.000 neue Wohnungen gebaut.
Die Gesetze und Förderprogramme der Bundesregierung zur energetischen Sanierung der Wohnungsbestände gleichen dagegen eher einem Tropfen auf den heißen Stein. Über Mittel der CO2-Gebäudesanierungsprogramme werden jährlich etwa 265.000 Wohnungen modernisiert, ein im Vergleich zum gesamten Bestand von über 40 Millionen Wohnungen verschwindend geringer Anteil.

Rips fordert deshalb gesetzliche Vorgaben für die energetische Sanierung vorhandener Wohnungen unter dem Einsatz erneuerbarer Energien sowie den Ausbau der öffentlichen Förderprogramme. „Wichtig ist, dass Vermieter verpflichtet werden, diese Fördermittel auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen, denn hierdurch wird der Umfang der zulässigen Mieterhöhungen beschränkt“, so Rips. Auch den Vorwurf der Vermieterverbände, daß eine Sanierung nur dem Mieter nutze, wies er zurück. Weder könnten Mieter eine Sanierung verhindern noch müsste der Vermieter die Sanierung alleine bezahlen. 11 Prozent der Kosten für die Modernisierung können auf die Jahresmiete umgelegt werden.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Mieten, News abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.