„Ein Stück vom Glück“ für sechs Euro: Gemeinde verlost Bau-Grundstück

18. März 2009 | von

Weil die 600-Seelen Gemeinde Rotenhain im Westerwald seit Jahren keinen Käufer für mehrere Grundstücke findet, will sie nun einen ungewöhnlichen Schritt wagen: Sie verlost eine der bereits erschlossenen Bauflächen.

Vor knapp zehn Jahren erschloss die Gemeinde insgesamt zehn Bauparzellen mit einer Größe von 500 bis 600 m². Trotz etlicher Bemühungen konnten aber nur fünf Grundstücke verkauft werden, der Rest lag jahrelang brach. Grund genug, über neue Vermarktungswege nachzudenken – ein Gemeinderatsmitglied schlug schließlich die Verlosung vor.

Die Gemeinde will nun bis zum 31. März ingesamt 6.000 Lose für je sechs Euro verkaufen. Die Chancen, plötzlich Besitzer eines netten Grundstückes in einem kleinen Nest irgendwo in Rheinland-Pfalz zu werden, stehen also deutlich besser als beim normalen Lotto. Gedanken um sein Geld braucht sich auch niemand machen: Falls sich nicht genug Mitspieler finden, wird die Verlosung beendet und die Einsätze zurückgezahlt.

Nach Angaben des Bürgermeisters Hubertus Limbach (CDU) hat das Grundstück einen Wert von knapp 23.000 Euro, in denen sowohl Notar- und Umschreibungsgebühren, die Grunderwerbssteuer sowie die 4.400 Euro Erschließungsbeiträge bereits enthalten sind. Mit den Gewinnen aus der Verlosung will die Gemeinde am ehemaligen Standort eine Burg eine Erlebnisstätte für Kinder und Jugendliche errichten, in der sie altertümliches Handwerk erlernen können – ein nobles Ansinnen also.

Im Gegensatz zu Volker Stiny, der sich wegen seiner Hausverlosung gerade im Clinch mit den Behörden befindet, hat die Gemeinde aber keine Sorgen wegen der Legalität der Lotterie. Zwar musste sich die Gemeinde auch erst die Genehmigung verschiedener Behörden besorgen, was aber dank des staatlichen Glücksspielmonopols keine unüberwindliche Hürde darstellte.

Bauen braucht der Gewinner auf dem Grundstück übrigens nicht. “Es gibt kein Bauzwang”, so der Bürgermeister. Aber schon der Gedanke, ein Gründstück in Rotenhain zu besitzen, beruhigt doch ungemein…

(dpa)


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2 Kommentare zu „Ein Stück vom Glück“ für sechs Euro: Gemeinde verlost Bau-Grundstück

  1. pirate sagt:

    Die Gemeinde folgt dem Gedankenweg es über diese für die Branche neue Vermarktungsmethode auch mal zu versuchen.
    Im Schutz der behördlichen Freiheitsgrade soll dabei das Glücksspielrecht nicht verletzt werden. Veranstalter ist eine bundesdeutsche Gemeinde – also geht es doch mit den Verlosungen. Aber was machen die anderen ? Warum darf nicht jeder Liegenschaftsinhaber mit seiner Immobilie machen was er / sie will. Der Markt steckt quasi im Keller- auch so manch bester Makler schafft seine gesetzten Verkaufsziele nicht. Und wer es in Deutschland persönlich haftend versucht, wird rigoros gestoppt. In Witten versucht ganz frisch wieder ein Immobilienbesitzer nach erfolgten Verbot Anfang des Jahres mit einer Verlosung. Aber so wie auf der Seite villa99.de zu lesen ist, irgendwie anders. Weg zum Glücksspiel – hin zum Marketing und einem Werbeclip. Was auch immer dazu die Behörden sagen werden – erstmal sollten sie sich selbst an die Nase und die Verordnungen fassen.

  2. Hans sagt:

    Naja, einerseits ist es schade für die Gemeinde, aber andererseits könnte jemand ein sehr glücklicher Besitzer werden.Wer weiß?Mal sehen!

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