Unerlaubte Mitbewohner: Mieter riskieren Wohnungskündigung

23. März 2009 | von

Wenn Mieter einen Untermieter in ihre Wohnung aufnehmen, sollten sie einige Regeln beachten. Im schlimmsten Fall könnte ihnen sonst eine fristlose Kündigung drohen.

Sofern es sich beim Untermieter nicht um kleine Tierchen handelt, muss der Hauptmieter den Vermieter auf jeden Fall schriftlich um Erlaubnis bitten und den Untervermieter benennen, bevor dieser einzieht. Das Recht des Mieters auf Gewährung des vertragsmäßigen Gebrauchs der Wohnung schließt nicht die Erlaubnis ein, die Mietsache ohne Erlaubnis einem Dritten zu überlassen, was insbesondere die Weitervermietung einschließt, so der BGH in einer Entscheidung (AZ: VIII ZR 186/83). Es gibt also kein automatisches Recht, die gemietete Wohnung an Dritte unterzuvermieten. Falls der Mieter trotz Abmahnung die Wohnung weiter untervermietet, droht ihm eine fristlose Kündigung des Vermieters.

Dabei hat der Vermieter kaum Möglichkeiten, einen Untermieter abzulehnen, insbesondere wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse an einer Untervermietung, wie zum Beispiel durch wirtschaftliche und persönliche Gründe. Beste Beispiele dafür sind zum Beispiel in Wohnungsnot geratene Verwandte oder Pflegepersonal.
Das „berechtigte Interesse“ darf allerdings nicht schon vor dem Einzug des Hauptmieters in die Wohnung bestanden haben. Insbesondere finanzielle Gründe sind deshalb kein Freibrief für eine Untervermietung. Wenn also jemand zuerst alleine in eine teure Wohnung einzieht und dann unter dem Vorwand des Sparens von Kosten untervermietet, ist das nicht rechtens. Wenn der Mieter während des Mietverhältnisses in finanzielle Not gerät, sieht die Situation natürlich anders aus.

Ansonsten darf der Vermieter die Erlaubnis nur dann ablehnen, wenn die Untervermietung für ihn unzumutbar ist. Dazu muss die Wohnung allerdings überbelegt und die Bausubstanz in Gefahr sein.

Aufatmen können auch alle Verliebten. Wenn der Lebenspartner mit in die Wohnung zieht, handelt es sich um eine Gebrauchsüberlassung und keine Untervermietung, da beide die gesamte Wohnung nutzen und nicht nur ein einzelnes Zimmer. Zudem wird die Miete meist zusammen an den Vermieter und nicht anteilig an den Mieter gezahlt. Dem Einzug muss der Vermieter allerdings trotzdem zustimmen.


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