Dumpinglöhne: Hochtief droht Ausschluss von öffentlichen Aufträgen

22. Mai 2009 | von

Weil der Baukonzern auf einer Münchener Baustelle türkische Arbeiter für Löhne zwischen 2,50 und 3,50 Euro beschäftigt haben soll, hat die Staatsanwaltschaf München Anklage gegen sechs Manager des Konzerns erhoben. Es drohen empfindliche Strafen.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wiegen schwer. So wird den Managern unter anderem „Lohnwucher“ – also die große Diskrepanz zwischen Leistung und Bezahlung – vorgeworfen. Auf einer Hochtief-Baustelle in München mussten sich 37 türkische Bauarbeiter mit Löhnen von höchstens 3,50 Euro pro Stunde zufriedengeben. Die Mindestlöhne im Baugewerbe liegen derzeit bei circa acht Euro netto pro Stunde.

Hochtief wird zudem vorgeworfen, mit den bereits in der Kalkulation eingeplanten Dumpinglöhnen Druck auf die Subunternehmer ausgeübt zu haben. Hinzu kommt, daß zwei der sechs Angeklagten Hochtief-Mitarbeiter die schlechte Bonität des Subunternehmens sowie die schlechten Deutschkenntnisse der Arbeiter absichtlich ausgenutzt haben sollen. Auch Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigen seien durch falsche Angaben erschlichen worden.

Hochtief schiebt die Verantwortung für die illegalen Praktiken auf den mitangeklagten und mittlerweile geständigen Subunternehmer, der wiederum Hochtief vorwirft, abgenommene Leistungen nicht bezahlt zu haben.

Für Hochtief geht es in diesem Fall um viel. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, droht der Baukonzern ein Eintrag in der „schwarzen Liste“ und ein Ausschluss von Aufträgen der öffentlichen Hand.


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