HRE: schlechtes Risikomanagement trifft auf Milliardenanlagen der Sozialkassen

25. Mai 2009 | von

Unheilvolle Kombination: Dem schwer angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate werden in einem Bericht der Bankenaufsicht BaFin vom Juni 2008 über 49 Verstöße gegen „das ordnungsgemäße Betreiben der Geschäfte und die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements“ vorgeworfen. Fast zeitgleich wurde bekannt, daß verschiedene Sozialkassen über 750 Millionen Euro bei der HRE angelegt haben.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wirft der Bericht der BaFin dem Immobilienfinanzierer schwere Mängel beim Risikomanagement vor. Alleine 12 der insgesamt 49 Verstöße fallen unter die Kategorie „gewichtige Beanstandungen“. So haben zum Beispiel tatsächliche Abläufe nicht den Organisationsrichtlinien entsprochen, bei täglichen Liquiditätsreportings fehlten wichtige Zu- und Abflüsse und es gab keinen „ausreichend zeitnahen“ Überblick über die wirkliche Ertragslage.

Das Mißmanagement der Hypo Real Estate könnte einige deutsche Sozialkassen teuer zu stehen kommen. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung haben Sozialversicherer noch knapp 750 Millionen Euro bei der HRE angelegt, davon alleine 411 Millionen Euro von diversen Krankenkassen. Weitere 230 Millionen Euro entfallen auf einen Versorgungsfonds für Beamte der Bundesagentur für Arbeit.

Die Hypo Real Estate konnte nur durch knapp 100 Milliarden Euro an Staatsgeldern vor der Insolvenz bewahrt werden. Derzeit bemüht sich der Bund um eine Verstaatlichung der Bank.


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