US-Immobilienkrise verschärft sich weiter

27. Mai 2009 | von

Auch im März hat sich die Talfahrt auf dem US-Immobilienmarkt weiter fortgesetzt. Fallende Häuserpreise und eine weiterhin hohe Anzahl an Zwangsversteigerungen ergeben eine explosive Mischung. Inzwischen müssen auch die höheren Einkommenschichten um ihre Eigenheime bangen.

Der US-Immobilienmarkt befindet sich weiterhin auf rasanter Talfahrt. Laut dem am Dienstag veröffentlichten Home Price-Index von Standard & Poor’s und Case Shiller sanken die Preise für die eigenen vier Wände in 20 US-Ballungsräumen im März um weitere 2,2 Prozent. Nach Angaben des Standard &Poor‘s-Experten David Blitzer sei dies immerhin der zweite Monat seit Oktober 2007, in dem der Preisverfall für Wohnimmobilien nicht mehr auf Rekordniveau lag. Grund zum überschäumenden Optimismus ist das Ergebnis dennoch nicht: Im ersten Quartal des Jahres 2009 gingen die Preise gegenüber dem Vorjahresquartal um 19,1 Prozent zurück – der höchste Rückgang in der 21jährigen Index-Geschichte.

Auch Experten sehen das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 43 Ökonomen rechnet eine Mehrzahl mit dem Erreichen der Talsohle erst in den nächsten sechs bis zwölf Monaten. Die Stabilisierung des Immobilienmarktes gilt als eine grundlegende Vorraussetzung für die Gesundung der amerikanischen Wirtschaft.

Immerhin wird der Markt inzwischen nicht mehr mit neuen Angeboten überschwemmt. Im April ging die Anzahl der angebotenen Immobilien um zehn Prozent zurück, nach Ansicht des Chefökonoms der National Association of Realtor, Lawrence Yun, stieg auch die Zahl der verkauften Eigenheime – was vor allem auf die unzähligen Verkäufen von in Not geratenen Immobilienbesitzern zurückzuführen ist. Dieses Schicksal droht inzwischen sogar mittleren und hohen Einkommensschichten, die durch die mit der Rezession einhergehende Arbeitslosigkeit und den Einkommensschwund zunehmend in Zahlungsschwierigkeiten kommen – und eine neue Zwangsversteigerungswelle auslösen könnten.


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