Spanisches Roulette – Glücksspiel um 200 Quadratmeter Finca

2. Juni 2009 | von

Einmal mehr gibt es ein schickes Haus am Meer für schlappe 99 Euro – wenn das Glück mitspielt. Christian und Birgit Lischke haben kaum Zeit für ihr Traumhaus und verlosen ihre Finca auf Mallorca. Eins von 12.555 Losen zu je 99 Euro könnte für einen Glücklichen bald der Schlüssel zu 7 Zimmern und 3 Bädern sein.

„Der Verkauf der Lose wird in wenigen Tagen beginnen“, ist auf der Internetseite der Hausverlosung zu lesen. Die Lischkes sind zuversichtlich, dass sie alle 12.555 Lose verkaufen können, denn die viel diskutierte Methode der Immobilien-Lotterie hat noch immer zahlreiche Fans. So hat beispielweise der österreichische Besitzer eines 300 Quadratmeter Stadthauses in Palma de Mallorca bereits alle 15.999 vorhandenen Lose verkauft. Die Hoffnungen sind also durchaus berechtigt.

Im Gegensatz zu Deutschland ist die Immobilienverlosung in Österreich gesetzlich geregelt. Doch nur, weil man ein Haus in Österreich verlost, ist man noch lange nicht vor allem Ärger sicher, denn in Spanien ist die immer populärer werdende Art des Besitzerwechsels keineswegs legal. So musste beispielsweise ein arbeitsloser Spanier, der mangels Geld und Nachfrage vor knapp einem Jahr seine Wohnung verlost hat, ein sattes Bußgeld sowie Steuern zahlen.

Um solch unangenehme Überraschungen nicht zu riskieren, hat das Ehepaar Lischke stets juristische Unterstützung zur Seite. Wer vorhat, eine Immobilie zu verlosen, ist damit auch gut beraten, denn auch in Spanien ist die Rechtslage nicht so einfach wie es sich viele vorstellen: Genehmigungen, Lotterie- und Gewinnsteuer, eine zeitlich begrenzte Verkaufsspanne und die Verlosungspflicht – egal, wie viele Lose tatsächlich verkauft wurden – sollten zur Überlegung anregen, ob sich der ungewöhnliche Weg des Immobiliengeschäfts tatsächlich lohnt, ober ob man nicht doch lieber über einen traditionellen Verkauf nachdenken sollte.

In Deutschland sind bisher alle Versuche, eine Immobilie zu verlosen, gescheitert. Auch kreative Bemühungen, wie die Tarnung der Verlosung als Wissensquiz, konnten sich gegen den Widerstand des staatlichen Glücksspielmonopols nicht durchsetzen. Solang Vater Staat also nicht selbst zum Losverkäufer wird, bleiben die vermeintlichen Schnäppchen hierzulande also aus.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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