Günstige Mieten, teure Nebenkosten: Neuer Mietspiegel für Berlin vorgestellt

4. Juni 2009 | von

Gestern wurde der neue Mietspiegel für Berlin vorgestellt – nach etlichen Jahren der Verweigerung unterzeichneten auch die Mieterverbände das Werk. Noch mehr Freude bereitet Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) allerdings die Entwicklung der Netto-Kaltmieten in der Hauptstadt – diese stiegen seit 2007 um moderate 1,7 Prozent. Schwerer ins Kontor schlagen allerdings die Nebenkosten.

„Berlin bleibt eine Stadt mit bezahlbaren Wohnungen“ jubilierte die Senatorin dann auch bei der Präsentation des neuen qualifizierten Mietspiegels für Berlin, schließlich konnte sie vermelden, dass die Mietsteigerung in der Bundeshauptstadt auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren ist. Die durchschnittlichen Kosten für einen Quadratmeter Berliner Wohnraum stiegen dabei seit der letzten Erhebung im Jahre 2007 um lediglich 1,7 Prozent bzw. 8 Cent auf nun 4,83 Euro pro Quadratmeter.

Durchschnittswert trügt

Der Mieterverein warnt dagegen vor zuviel Freude über die geringe Steigerung. So sind die insbesondere bei Singles beliebten kleineren Mietwohnungen mit einer Fläche bis 40 Quadratmetern deutlich teurer geworden. Wer neu nach Berlin zieht und eine solche Wohnung für sich auserkoren hat, muss in 2009 rund 5,3 Prozent mehr zahlen als noch vor zwei Jahren. Auch in Gebäuden mit einem Baujahr zwischen 1919 und 1949 seien die Mieten mit 3,9 Prozent überdurchschnittlich gestiegen.

Billiger wurden dagegen 60- bis 80 Quadratmeter großen Wohnungen in Bauten aus den 80er Jahren im Westen der Stadt sowie die inzwischen verschmähten Plattenbauten im Osten Berlins. Deutlich teurer als im Durchschnitt wohnt man im mondänen Charlottenburg (6,25 Euro) und den In-Bezirken Mitte und Prenzlauer Berg, wo man für einen Quadratmeter 5,72 Euro berappen muss.

Nebenkosten werden immer mehr zur zweiten Miete

Die Betriebskosten sind es dann auch, die den Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Diese zusätzlich zur Nettokaltmiete anfallenden Kosten stiegen pro Jahr zuletzt um fünf Prozent auf inzwischen 2,33 Euro pro Quadratmeter. Ludwig Burkardt vom Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), die 40 Prozent aller Wohnungen in Berlin besitzen, stellt deshalb auch treffend fest, daß „nicht die Mietenentwicklung das Wohnen in Berlin immer teurer macht, sondern hohe oder steigende Preise bei Energie, Wasser und Müll.“ Allein das Gas kostete nach Angaben der BBU dabei rund 16 Prozent mehr als 2007. Auf für Wasser müssen die Berliner tief ins Portemonnaie greifen: mit 5,12 Euro pro Kubikmeter kostet das wertvolle Nass mehr als doppelt so viel wie in Köln.


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Ein Kommentar zu Günstige Mieten, teure Nebenkosten: Neuer Mietspiegel für Berlin vorgestellt

  1. Sabine Frick sagt:

    … schon erstaunlich, dass die Preise sich nicht allzusehr von den Mieten im Saarland unterscheiden

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