Schwarz auf Weiß: Wohnfläche in Nebenkostenregelung ist verbindlich

4. Juni 2009 | von

Auch wenn im Mietvertrag keine Flächenangaben gemacht werden: Ist in der Nebenkostenregelung eine Wohnungsgröße festgelegt, ist diese verbindlich. Stellt sich heraus, dass die Wohnung tatsächlich kleiner ist als vereinbart, gibt es für den Mieter Geld zurück.

In einem Fall vor dem Landgericht Bautzen in Sachsen hatte ein Mieter herausgefunden, dass seine Maisonette-Wohnung statt guten 50 Quadratmeter nur knappe 37 Quadratmeter groß war. Die Wohnung war mit 50 Quadratmetern beworben worden, in der Nebenkostenregelung war eine Größe von 50,60 Quadratmetern angegeben. Jetzt muss ihm die Miete, die er bisher zu viel bezahlt hat, zurückerstattet werden.

Da die schriftliche Angabe der Wohnfläche in der Nebenkostenregelung mit der aus dem Inserat übereinstimmt, ist sie verbindlich, so die Richter. Doch auch in Fällen, in denen die Wohnungsgröße ausschließlich in der Umlagevereinbarung festgehalten ist, können sich Mieter auf diese Zahl berufen, wenn die tatsächliche Fläche mindestens 10% kleiner ist als angegeben.

Auch ein Konterversuch des Vermieters scheiterte: Vor dem Landgericht argumentierte er, im Mietvertrag sei keine Wohnungsgröße festgelegt, außerdem habe der Mieter die Wohnung besichtigt und sich erst dann für sie entschieden. Das Gericht wies seinen Antrag jedoch zurück. Aufgrund der deutlich kleineren Fläche habe die Wohnung einen „nicht unerheblichen Mangel“ und der Mieter dementsprechend Anspruch auf Rückzahlung. Beim nächsten Umzug empfiehlt es sich also, sicherheitshalber selbst nachzumessen.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Geld / Finanzierung, Mieten, Rechtliches abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.