Berliner Immobilien Holding wird vorerst nicht verkauft

8. Juni 2009 | von

Rolle rückwärts: Die Berliner Immobilien Holding (BIH) soll nun doch nicht verkauft werden – beim derzeitigen Zustand des Finanzmarktes ist nach Ansicht des Berliner Senats kein angemessener Verkaufspreis zu erzielen.

Die Absicht des inzwischen zur Bundesbank gewechselten ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD), die BIH mit einem Immobilienvermögen von 4,1 Milliarden Euro ausgerechnet mitten in der Finanz- und Wirtschaftskrise zu verkaufen, hatte schon vor Monaten für leichtes Rätselraten gesorgt. Sein Nachfolger, der parteilose Ulrich Nußbaum, verhängte nun den vorläufigen Verkaufsstopp, nachdem bereits seit Monaten mit potentiellen Investoren verhandelt wurde.

Der Verkauf der BIH wäre womoglich eine der größten Immobilientransaktionen seit längerer Zeit geworden. Das Land Berlin erhoffte sich einen Verkaufspreis von knapp vier Milliarden Euro, von der ihm allerdings wohl nur ein kleiner Teil von etwa 100 Millionen Euro geblieben wäre. Der Großteil hätte für die Milliarden-Risiken der ehemaligen Berliner Bankgesellschaft zurückgestellt werden müssen. Die inzwischen zerschlagene Bankgesellschaft hatte 595 Objekte, darunter Mietwohnungen, aber auch Kinos, Büros und Einkaufszentren in ganz Deutschland gekauft.

Von den zwischenzeitlich acht Interessenten blieben am Ende Angaben zufolge noch maximal drei Bieter im Rennen – die aber die Risiken nicht übernehmen wollten oder zu wenig boten.

Ein zweiter Anlauf soll erst unternommen werden, wenn die Wirtschaftskrise überstanden ist. Berlin hat bereits Erfahrungen mit mehreren Verkaufsrunden. Schon beim Verkauf der Wohnungsgesellschaft GSW und der Bankengesellschaft unternahm das Land mehrere Bieterverfahren, weil die in der ersten Runde eingegangenen Gebote zu niedrig waren.


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