Kampa: Alter Name, neue Chance?

23. Juni 2009 | von

Totgesagte leben länger: Nachdem dem insolventen Fertighaushersteller schon von vielen Seiten das endgültige Aus bescheinigt worden war, hat Kampa jetzt doch noch einen Investor gefunden: Josef Haas, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Mindener Unternehmens, hat die Kampa GmbH gegründet und will das Geschäft jetzt fortführen.

Gerade erst hatten Bauherren, die vor ihren halbfertigen Kampa-Häusern standen, die gute Nachricht erhalten, dass die ehemaligen Kampa-Mitarbeiter der Exklusiv-HausAG die Bauvorhaben beenden würden. Nun soll plötzlich auch Kampa selbst in der Lage sein, die Häuser fertigzustellen. Und nicht nur das: Selbst neue Aufträge sind willkommen.

Dank der neuen Wendung kann auch die befürchtete Zerschlagung des Unternehmens weitgehend verhindert werden: Der frühere Kampa-Technik-Vorstand Josef Haas hat die Lizenzen für die Markenrechte, das Musterhausnetz und das Innovations- und Designcenter erworben. Mit ehemaligen Kampa-Zulieferern hat er außerdem weitere Investoren gewonnen. Die Produktion konnte noch nicht übernommen werden und soll an ein bisher unbekanntes externes Unternehmen abgegeben werden. Da das gesamte Geschäft nach wie vor unter dem Namen Kampa laufen soll, bestehe die Chance, zu einem späteren Zeitpunkt auch einen Investor für den Produktionsstandort Steinheim zu finden.

Zunächst dürfen sich jetzt etwa 20 Mitarbeiter darüber freuen, dass ihre noch vor kurzem ungewisse Zukunft nun doch nicht so düster aussieht wie befürchtet. Je nach Auftragslage könne und solle die Zahl der Beschäftigten aber noch wachsen, so Haas.

Haas‘ Investition war unter anderem eine Reaktion auf das große Interesse der Baubranche an Kampa-Musterhäusern. Da ohne diese eine Weiterführung des Geschäfts aussichtslos sei, musste gehandelt werden. Durch eine bestmögliche Erhaltung des Unternehmens könnte sich ein möglicher Käufer nach einer Übernahme schnell auf das Geschäft konzentrieren.

Der Fertighaus-Bauer Kampa hatte im März nach hohen Verlusten und Auftragsrückgängen Insolvenz angemeldet und alle 750 Mitarbeiter entlassen, nachdem Verhandlungen mit fast 70 potenziellen Investoren gescheitert waren. Die Zerschlagung der Kampa-Gruppe schien zu diesem Zeitpunkt noch unabwendbar.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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