Energieverbrauch sinkt, Energieverbrauch steigt

24. Juni 2009 | von

Wohlstands-Mitbringsel wie die so wunderbar flachen LCD- oder Plasmafernseher, Computer (gerne auch zwei oder drei), Spülmaschine und andere allerlei dauerlaufende elektronische Helferlein fordern ihren Tribut: Die deutschen Haushalte verbrauchen immer mehr Strom. Dennoch ist der Stromverbrauch in Deutschland im ersten Quartal des Jahres 2009 zurückgegangen. Pardox, oder? Nein – die Wirtschaftskrise machts möglich.

Das Vergleichsportal Check24 fand in einer Analyse der Verbrauchsangaben von ca. 200.000 wechselwilligen Stromkunden heraus, daß deren Stromverbrauch je nach Haushaltsgröße im Zeitraum von Juli 2007 bis Januar 2009 um bis zu 15 Prozent pro Jahr anstieg. Relativ günstig kommen hier noch die Ein-Personen-Haushalte davon, deren Energiehunger um lediglich sechs Prozent pro Jahr anstieg. Ein Haushalt mit vier Personen verbraucht den Angaben zufolge jährlich sogar 15 Prozent mehr Strom.

Als Grund für den gestiegenen Stromverbrauch gilt vor allem die Zunahme an elektronischen Geräten in den Haushalten – und natürlich deren Nutzung. Nicht selten laufen mehrere Computer gleichzeitig stundenlang, selbst wenn gerade niemand daran sitzt. Auch der Stand-by-Verbrauch ist oft höher als allgemein angenommen. Der Mehrverbrauch schlägt sich demensprechend in den Haushaltskosten nieder. Bis zu 140 Euro pro Jahr kostet der Mehrverbrauch an Strom in einem vier-Personen-Haushalt.

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft vermeldet weniger Energieverbrauch

Gleichzeitig vermeldet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft einen gesunkenen Stromverbrauch im ersten Quartal des Jahres 2009. Demnach ging der Stromverbrauch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp vier Prozent auf 140 Milliarden Kilowattstunden zurück. Zurückzuführen ist dies allerdings nicht auf die plötzliche Sparsamkeit der Deutschen, sondern auf die Wirtschaftskrise. Denn während der private Verbrauch stabil blieb, benötigten vor allem energieintensive Branchen wie Stahl- und Eisenindustrie sowie die Chemische Industrie durch Auftragseinbrüche und die Drosselung der Produktion deutlich weniger Strom als zuvor.


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