Karstadt-Interessenten werden mehr – und müssen warten

29. Juni 2009 | von

Mögliche neue Investoren für Karstadt: Sollte die eigenverantwortliche Rettung fehlschlagen, scheint es zumindest ein Leichtes zu werden, neue Besitzer für die Kaufhausfilialen zu finden. Arcandor hat zwar noch keine Zahl bestätigt, es soll sich jedoch um 15 Interessenten handeln. Das heißt aber nicht, dass bald eine Entscheidung fällt – erste Übernahmegespräche sollen erst im September stattfinden.

Ausdauer zeigt Konkurrent Metro, der noch immer unter den Interessenten ist: nunmehr seit mehreren Wochen strebt der Handelskonzern an, 60 Karstadt-Filialen zu übernehmen und sie in einer Warenhaus AG mit der eigenen Tochter Kaufhof zusammenzuschließen. Jetzt gibt es anscheinend auch mehrere Interessenten für die Häuser, die Metro nicht übernehmen will.

Unter anderem seien die Deutsche Euroshop aus Hamburg und mfi aus Essen an Karstadt-Filialen interessiert, wie die Welt am Sonntag berichtet. Außerdem könnte Rewe als Investor infrage kommen. Vorerst sollen allerdings noch keine Gespräche stattfinden. Die Geschäftsleitung will nach wie vor versuchen, Arcandor mit einem eigens erarbeiteten Sanierungskonzept in Eigenregie zu retten. Die Zerschlagung des Konzerns soll verhindert werden und möglichst viele Arbeitsplätze und Standorte erhalten bleiben. Verhandlungen mit potentiellen Investoren sollen frühestens mit Beginn des Insolvenzverfahrens im September aufgenommen werden.

Die im Juni veröffentlichten Zahlen dürften Arcandors Verhandlungsposition stärken und den Interessenten das Warten erleichtern: Im Gegensatz zu Primondo, zu dem auch das zuletzt verlustreiche Versandhaus Quelle gehört, hat die Arcandor-Tochter Karstadt im vergangenen Geschäftsjahr schwarze Zahlen geschrieben.

Arcandor hatte am 9.Juni Insolvenz angemeldet, nachdem zwei Anträge auf Staatshilfen abgelehnt worden waren. Der Konzern sei durch jahrelanges Missmanagemant in finanzielle Schieflage geraten und habe somit keinen Anspruch auf Unterstützung des Staates, so die Bundesregierung. Die Löhne der rund 43.000 Mitarbeiter werden bis August von der Agentur für Arbeit übernommen. Danach ist die Zukunft für die Karstadt-Beschäftigten noch immer ungewiss.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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