Bauindustrie: Siegt die Bürokratie über das Konjunkturpaket?

4. Juli 2009 | von

„Entschlossen in der Krise, stark für den nächsten Aufschwung – Pakt für Beschäftigung und Stabilität in Deutschland zur Sicherung der Arbeitsplätze, Stärkung der Wachstumskräfte und Modernisierung des Landes“ – so der eindrucksvolle und nicht gerade zurückhaltende volle Titel des Programms, das gemeinhin als Konjunkturpaket II bekannt ist. Nicht zuletzt durch mehr und schnellere öffentliche Investitionen sollten Bauleistungen leichter vergeben und so die Wirtschaft angekurbelt werden. Klingt vielversprechend – funktioniert aber nicht ganz so wie geplant.

Das Konjunkturpaket II sollte den Aufschwung bringen, für Wachstum und Beschäftigung sorgen und den Weg aus der Wirtschaftskrise ebnen. Die Bauwirtschaft ist allerdings nicht überall zufrieden mit dem Effekt, der bisher durch das Konjunkturprogramm erzielt werden konnte. Von der schnellen Vergabe der Gelder ist beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt nicht viel zu spüren: Immer noch warten die Unternehmen auf die Mittel – keine guten Aussichten für Nachfrage und volle Auftragsbücher. Gerade im öffentlichen Bau ist nicht nur Stillstand, sondern teils massiver Auftragsrückgang zu beobachten.

Die Verteilung der Fördergelder ist zum Glück nicht in allen Bundesländern so langsam wie in Sachsen-Anhalt. Das Tempo ist allerdings bei Weitem nicht so hoch wie ursprünglich vom Bund vorgesehen: Bundesweit werden im Jahr 2009 voraussichtlich nur 40 Prozent der Mittel investiert werden – wenn überhaupt. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass das Konjunkturpaket II noch seine Wirklung zeigt.

Die Gemeinschaft für Eigentümerschutz Haus & Grund hat sich derweil dafür ausgesprochen, nachträglich auch private Eigentümer im Konjunkturpaket II zu berücksichtigen und zu begünstigen. Da jeder investierte Euro sieben bis acht Euro private Investitionen bewirkt, wäre das Geld im Privatbereich wesentlich besser aufgehoben, so Präsident Rolf Kornemann. Profitieren würde vor allem das Handwerk, außerdem würde durch zusätzliche Anreize zur energetischen Gebäudesanierung ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Geld / Finanzierung abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.