Gutachten: Keine Krise auf dem deutschen Immobilienmarkt

24. Juli 2009 | von

Gute Nachrichten in Zeiten der Krise: Der deutsche Immobilienmarkt ist nach wie vor stabil – auch wenn die Finanzkrise nicht völlig folgenlos an ihm vorbeizieht. Die Spuren, die sie wie überall hinterlässt, sind aber kein Grund zur Sorge.Von einer Immobilienblase ist noch immer keine Spur, vielmehr herrscht nach wie vor Preisstabilität. Laut Deutschem Mieterbund sollen jetzt Bestandssanierungen ganz oben auf der Agenda stehen.

mieterbund-arikel090204Am Donnerstag hat der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (DV) das Gutachten „Die Immobilienmärkte aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive“ vorgestellt, das in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V. (gif) erstellt wurde. Analysiert wurden Wohn- und Gewerbeimmobilien und die Entwicklungen durch Sanierung und Modernisierung. Besonders im Vergleich zu anderen europäischen Staaten wurde deutlich, dass man um den Immobilienmarkt hierzulande trotz Krise keine Angst haben muss.

Dass Kredite nicht mehr ganz so einfach zu bekommen sind wie noch vor einigen Jahren, ist natürlich auch auf dem Immobilienmarkt spürbar. Das Gutachten hat jedoch bestätigt, dass der Immobilienmarkt in Deutschland ein bedeutender Stabilitätsfaktor ist – auch und gerade in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise. Es gebe kaum Preisschwankungen, das gesamte Immobilienvermögen lag zu Beginn des Jahres 2008 bei neun Billionen Euro. Der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Dr. Franz-Georg Rips, begrüßte das Ergebnis: In Deutschland sei „immer auf eine solide Finanzierung und vernünftige Eigenkapitalquote geachtet“ worden, was sich nun bezahlt mache.

Während die Mieten in den vergangenen Jahren parallel zu den Verbraucherpreisen gestiegen sind, legen die Nebenkosten ein beachtliches Wachstumstempo vor: Seit 1991 sind sie um ganze 100 Prozent gestiegen. Vor diesem Hintergrund wies der DMB auf die Dringlichkeit energetischer Sanierungen, besonders bei Bestandsbauten, hin. Die stark steigenden Betriebskosten seien vor allem auf die immer höheren Energiepreise zurückzuführen, deshalb müsse jetzt ein besonderer Wert auf Energieeffizienz gelegt werden. Laut einer Schätzung des Mieterbundes beträgt die komplette Mietzahlung inzwischen rund 35 Prozent des Einkommens des Mieters, bei geringen Einkommen seien es sogar 40 Prozent.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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