Energieeffizienz: Vier deutsche Teams bei Wettbewerb in Madrid

25. Juli 2009 | von

Möglichst schnell dutzende Hot Dogs essen, ein Sprint in High Heels, Frauentragen – Wettbewerbe gibt es für jede „Disziplin“, die man sich vorstellen kann – auch wenn man sich manche vielleicht gar nicht vorstellen mag. Umso schöner, dass es auch noch wirklich sinnvolle Wettbewerbe gibt – zum Beispiel solche, die die Forschung und Entwicklung bei der Energieeffizienz von Gebäuden vorantreiben.

Es mag so manchen erstaunen, dass der Zehnkampf um die Effizienz eine US-amerikanische Erfindung ist: Seit 2002 wird der Solar Decathlon in den Vereinigten Staaten ausgetragen. Ab nächstem Jahr gibt es auch den Solar Decathlon Europe, der im Juni 2010 zum ersten Mal in Madrid stattfinden wird. Danach wechseln sich die USA und Europa mit der Austragung des Wettbewerbs ab.

Als gutes Beispiel in Sachen Klimaschutz darf Deutschland natürlich nicht fehlen: Unter den insgesamt zwanzig teilnehmenden Teams kämpfen auch die Hochschule Rosenheim, die Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, die Hochschule für Technik Stuttgart und die Bergische Universität Wuppertal um die beste bzw. effizienteste Idee. Ein Sieg wäre nicht der erste Erfolg für Deutschland: Im Jahr 2007 holte sich die TU Darmstadt in Washington den ersten Platz.

Der Zehnkampf ist durchaus anspruchsvoll: Es gilt, ein 75 Quadratmeter großes Wohnhaus zu kreieren, dass vollständig mit solarer Energie versorgt wird. Obwohl eine gute Idee natürlich am Anfang jedes Projektes steht, ist damit noch lange nicht Schluss. Die Ausarbeitung der Konzepte ist inzwischen schon abgeschlossen, jetzt geht es ans Praktische: Die Wunderwerke wollen gebaut werden. Unterstützt werden die Teams und ihre Projekte von Sponsoren aus der Industrie und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Die zehn Kategorien, in denen die Häuser überzeugen müssen, sind Architektur, Komfort, Nachhaltigkeit, Konstruktion, Solaranlagen, Elektrizitätsbilanz, Haustechnik, Kommunikation, Marktfähigkeit und Innovation.

Bei einem Workshop im Mai haben die Teams ihre Ideen schon vorgestellt. Erwartungsgemäß sind die Konzepte der deutschen Teilnehmer vielversprechend – die Hochschule Stuttgart zum Beispiel hat ein Plusenergiehaus entworfen, das sogar mehr Energie produziert als es verbraucht. Und selbst wenn es mit einem deutschen Sieg nicht klappen sollte: Ein Schritt in Richtung selbstversorgendes Heim ist allemal gemacht.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Bauen, News abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.