Hamburg fördert Lärmschutz

5. August 2009 | von

Lärm ist die Kehrseite der mobilen Gesellschaft: Autos, Züge und Flugzeuge erzeugen eine Schallkulisse, die Menschen nicht nur stresst, sondern auf Dauer auch gesundheitsschädigende Wirkungen haben kann. Und während sich gegen den kreischenden und tobenden Nachbarsnachwuchs nur wenig ausrichten lässt, kann man den Verkehrslärm mit Schallschutzfenstern leicht aussperren. Hamburg hat nun ein Sonderprogramm für besonders lärmgeplagte Hansestädter aufgelegt.

Hamburger, die an besonders lauten Straßen wohnen, können sich über Hilfe freuen: Die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt (WK) hat mit 5 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II das Schallschutzprogramm für Wohngebäude aufgelegt. Der Plan lag bereits seit Längerem in der Schublade: „Dieses Programm ist bereits im Hamburger Lärmaktionsplan vorgesehen. Mithilfe des Konjunkturprogramms können wir es früher umsetzen“, so Staatsrat Dr. Stephan Hugo Winters. Die besonders lärmbelasteten Straßen wurden mithilfe von Lärmkarten identifiziert.

Mit den bis 2010 befristeten Geldern soll vor allem der Einbau von Lärmschutzfenstern- und türen in Aufenthaltsräumen gefördert werden. Dazu zählen Wohnzimmer, Schlafzimmer und Kinderzimmer, aber auch Wohnküchen können in den Genuss der Stille kommen, wenn sie größer als 12 m² sind. Da der beste Schallschutz nichts nützt, wenn die Fenster zum Lüften geöffnet werden müssen, werden auch schallgedämmte Lüftungsanlagen bezuschusst.

Um an die Förderung zu gelangen, muss die Wohnung an einer „besonders lärmbelasteten Straße“ liegen. Dabei zählt nicht der subjektive Eindruck, sondern genaue Richtwerte: Die Gebäudeseite, die in den Genuss neuer Fenster und Türen kommen soll, muss am Tag mit 70 dB(A) bzw mit 60 dB(A) des Nachts belastet sein. Interessierte Hamburger können hier prüfen, ob dies der Fall ist.
Bezuschusst werden 75% der Kosten, maximal gibt es 450 Euro je m² Fenster- bzw. Türfläche, 950 Euro für eine besonders umweltfreundliche Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung bzw. 400 Euro je Lüftungsanlage ohne Wärmerückgewinnung.

Wer eine Förderung abstauben will, sollte sich sputen. Wie so oft gilt auch hier: wer zuerst kommt, mahlt zuerst. „Da das Programm bis Oktober 2010 befristet ist, sollte mit dem Antrag nicht zu lange gewartet werden. Maßgeblich für die Bewilligung ist die zeitliche Reihenfolge der Antragstellung“, so der Vorstandvorsitzende der WK, Uwe Qualmann. Allerdings können nur die Eigentümer bzw. Erbbauberechtigten der Wohngebäude Anträge stellen.


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2 Kommentare zu Hamburg fördert Lärmschutz

  1. Ulrike sagt:

    Naja, ich glaube das ist doch nicht nur in Hamburg…In den meisten größere Städte ist das Lärm schon Alltag. Ich habe schon seit langer Zeit eine Lösung gefunden und zwar Ohrenstöpsel:)

  2. Abe Kroner sagt:

    Netter Post den du da geschrieben hast. Wuerde gerne eigentlich deinen Feed abonieren aber leider sehe ich ihn einfach nicht obwohl ich meiner Meinung nach jetzt eigentlich ueberall geschaut habe.

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