Interessenkonflikt: Solaranlagen oder Denkmalschutz?

6. August 2009 | von

Denkmalschutz ist eine feine Sache: Kulturgüter werden geschützt, damit sowohl ihr baulicher Zustand als auch ihr äußeres Erscheinungsbild dauerhaft erhalten werden. Auch Solaranlagen sind eine sinnvolle Einrichtung: Der Klimawandel ist nicht mehr schönzureden, und Energie aus der Sonne ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch erneuerbar und kostenlos. Zusammen treten Denkmalschutz und Solaranlagen so gut wie nie auf – vielmehr sorgen sie für jede Menge Diskussionen.

Grundsätzlich ist eine Solaranlage an einem denkmalgeschützten Gebäude nicht verboten. Da aber gemäß dem Denkmalschutz das Erscheinungsbild bewahrt werden muss, hängt es vom Einzelfall ab, ob das Anbringen von Solarzellen genehmigt wird. Wenn sie sich gut in das Gesamtbild einfügen und nicht zu sehr auffallen, ist eine Genehmigung durchaus möglich. Allerdings ist das die Ausnahme. Vielerorts gab es schon Ärger zwischen Denkmalschutz- und Sonnenenergie-Befürwortern. Und Gegner von Solaranlagen gibt es auch da, wo es gar keine Denkmäler gibt.

Das bayerische Fürth hat das Problem in den Griff bekommen: Obwohl die Stadt jede Menge Denkmäler vorweisen kann, die natürlich auch als Touristenmagnet dienen, will sie nicht als Gegner erneuerbarer Energien dastehen. Deshalb wird jetzt auf Hochtouren nach Orten gesucht, an denen Solaranlagen installiert werden können, ohne dass sie dem Denkmalschutz in die Quere kommen. Eine ziemlich naheliegende Lösung – doch in anderen Gemeinden ist das nicht so einfach.

Tatsächlich wehren sich viele Gemeinden generell gegen Solarenergie: Man befürchtet, dass Photovoltaikanlagen das Ortsbild zerstören, unabhängig davon, ob es sich um denkmalgeschützte Gebäude handelt oder nicht. Viele sehen Feinstaub als das kleinere Übel an, wenn es darum geht, die „Verunstaltung“ ihres Ortes zu verhindern. Es gab sogar schon Fälle, in denen bereits installierte Solaranlagen aus optischen Gründen wieder abgebaut werden mussten.

So steht also die Industrie vor der neuen Herausforderung, Solarmodule in neuem Design zu entwickeln. Anlagen, die sich harmonisch in das Gesamtbild des Gebäudes und des Ortes einfügen, würden sich über kurz oder lang gegen ihre Gegner durchsetzen. Und bis dahin sollte manch einer vielleicht noch einmal seine Prioritätensetzung überdenken.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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4 Kommentare zu Interessenkonflikt: Solaranlagen oder Denkmalschutz?

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