Energieeffizienz: Osten und Süden mit der besten Energiebilanz

18. August 2009 | von

Das Für und Wider des Solidaritätszuschlags wird nicht erst seit gestern heiß diskutiert – jetzt dürften sich die Befürworter freuen. Wie eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in Zusammenarbeit mit dem Messdienstleister ista zeigt, hat der Aufbau Ost für Klimaschutz und Energieeffizienz zweifelsohne gute Dienste geleistet: Die Gebäude mit dem geringsten Energieverbrauch stehen im Osten der Republik. Doch nicht nur die Unterschiede zwischen Ost und West sind groß – die Nordlichter verbrauchen deutlich mehr Energie als der Süden Deutschlands.

In weiten Teilen Ostdeutschlands wurden Gebäude in den Jahren nach der Wende vollständig saniert, was bei aktuellen Messungen der Energiebilanz zugutekommt: Für das Jahr 2007 wurden bundesweit die Energiewerte von 257.000 Mehrfamilienhäusern mit rund 2,6 Millionen Wohnungen gemessen. Das Ergebnis: Die Durchschnittswerte in Ostdeutschland sind denen in westlichen Regionen und auch dem deutschlandweiten Schnitt einige Schritte voraus.

Die Tatsache, dass im bundesweiten Vergleich besonders der Norden und Nordwesten verhältnismäßig schlecht dastehen, lässt sich zwar nicht mir dem Wiederaufbau, dafür aber mit dem Verhältnis an Alt- und Neubauten erklären: Im Norden ist der Anteil an Altbauten deutlich höher als im Süden, wo viele Gebäude erst nach 1978 entstanden sind. Im Vergleich zu den Nachkriegsbauten, die sich vermehrt im Norden finden, sind diese wesentlich energieeffizienter. Auch die regionalen Einkommen haben Einfluss auf energetische Sanierungen: Wer das nötige Kleingeld dafür hat und die Räume auch für einen teilweise höheren Preis an den Mann bekommt, ist natürlich auch eher bereit zu sanieren, als jemand, der ein Minusgeschäft befürchtet. Die Bereitschaft zur energetischen Sanierung ist außerdem bei Eigentümern merklich höher als bei Vermietern, da Letztere weniger selbst davon profitieren.

Als Berechnungsgrundlage dienten zum einen die Verbrauchsabrechnungen, zum anderen der Energieausweis, der seit Anfang des Jahres Licht ins Dunkel des Energieverbrauchs bringen und Einsparpotenziale aufzeigen soll.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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