Bau in der Krise – Zahl der Baugenehmigungen fällt weiter

21. August 2009 | von

Wenn das Ersparte keine Zinsen mehr bringt und man genz nebenbei noch um seinen Job bangt, ist man eher nicht in der Stimmung, ein Haus zu bauen – das zeigt sich jetzt in einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes, derzufolge die Zahl der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,1 Prozent gesunken ist. Der Bau von Nichtwohngebäuden ging noch deutlicher zurück – obwohl es für öffentliche Bauherren sogar mehr Genehmigungen gab als 2008.

Günstige Finanzierungsmöglichkeiten und Unterstützung in Milliardenhöhe aus dem Konjunkturpaket II – davon man hätte sich mehr erhoffen können. Doch die Zahl der Baugenehmigungen befindet sich weiter im freien Fall. Bei Wohnungen ist der größte Rückgang in Zweifamilienhäusern zu verzeichnen: Hier wurden 11,6 Prozent weniger Baugenehmigungen erteilt als im Vorjahr. Am besten schneiden noch Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ab, die lediglich 4,6 Prozent einbüßen mussten.

Doch die Bauverdrossenheit zeigt sich nicht nur bei Wohnungen, auch die Zahl der Baugenehmigungen für Nichtwohngebäude ging um 9,1 Prozent zurück. Hier ist besonders der Rückgang des umbauten Raums nennenswert: Fast 29,5 Millionen Kubikmeter weniger als im ersten Halbjahr 2008 waren zu verzeichnen, eine Einbuße von 24,5 Prozent – und damit der höchste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Diese Rekordzahl wird noch gravierender wenn man bedenkt, dass öffentliche Bauherren 14,9 Prozent mehr Raum bebaut haben als im ersten Halbjahr 2008 – somit beträgt der Rückgang des umbauten Raums bei nichtöffentlichen Bauherren sogar 27,5 Prozent oder knapp 30,7 Millionen Kubikmeter.

Ohne die Investitionen aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung sähe es also tatsächlich noch düsterer aus – die Zahlen könnten aber auch besser sein. Schon länger bemängelt die Bauwirtschaft die viel zu schleppende Vergabe der Gelder. Vielerorts herrscht mehr Bürokratie und Warten auf Bearbeitung der Anträge als reger Baubetrieb. Vielleicht darf die Bauindustrie darauf hoffen, dass die aktuellen Zahlen als Anlass genommen werden, das geplante Tempo der Investitionen auch endlich umzusetzen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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