Arcandor-Insolvenz: Schickedanz lässt Immobilien pfänden

3. September 2009 | von

Eine Insolvenz, bis zu 75.000 Gläubiger, tausende bedrohte Stellen – und zwei Großaktionäre mit sehr unterschiedlichen Geldproblemen. Während Ex-Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick einen Teil seiner Millionenabfindung an die Belegschaft spendet und damit den Sturm der Empörung möglicherweise etwas schlichtet, schwebt über Madeleine Schickedanz nur noch das bedrohliche Wort „Totalverlust“. Seit am Dienstag das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, wird die Lage immer ernster.

Die Welt ist ungerecht – das erlebt nun auch Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz am eigenen Leib. Während Karl-Gerhard Eick für ein halbes, von mäßigem Erfolg gekröntes Jahr als Chef des insolventen Handelskonzerns Arcandor nur schwer vermittelbare 15 Millionen Euro kassieren soll, muss die Großaktionärin um ihr gesamtes Vermögen bangen. Ihre Beteiligung am Konzern musste sie abschreiben, und auch ihre Immobilien sind bereits verpfändet.

Tegernsee, München, Hamburg, Hersbruck, Nürnberg – an Häusern und Villen mangelt es der ehemaligen Milliardärin wahrlich nicht. Plötzlich alle elf Immobilien verpfänden zu müssen, ist dann allerdings doch ein ziemlich harter Schlag. Ihre Arcandor-Aktien hatte Schickedanz mit Krediten gekauft, für die sie haftet – und zwar mit ihrem gesamten Vermögen von mehr als 200 Millionen Euro, zu dem natürlich auch die Immobilien gehören. Werden die Kredite fällig, kann Schickedanz alles verlieren.

Davon, Aktien über Kredite zu finanzieren, raten Experten wegen des vergleichsweise hohen Risikos im Allgemeinen ab – nicht ohne Grund, wie der Fall Schickedanz zeigt. Obdachlosigkeit muss sie aber nicht fürchten, denn bei einer Sache hat sie alles richtig gemacht: Vor vier Jahren hat sie das Fürther Familienanwesen ihrem Sohn überschrieben, sie selbst hat dort lebenslanges Wohnrecht.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Arcandor-Insolvenz: Schickedanz lässt Immobilien pfänden

  1. Katharina sagt:

    Das ist schon ganz schön heftig. Jetzt schlucken die ganz Großen auch schon die oberen Zehntausend. Da fragt man sich doch, wo das noch alles hinführen soll.

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