LEG NRW: Modernisieren, aber nur ein bisschen

3. September 2009 | von

Über ein Jahr nach der umstrittenen Privatisierung und Irritationen über die wahren Eigentümer befindet sich die LEG NRW im Spannungsfeld zwischen Mieterinteressen, Sozialcharta und Renditezielen. Alles kein Problem, findet LEG-Geschäftsführer Thomas Hegel. Mieterverbände sehen das allerdings anders. Sie befürchten, dass die Mieterinteressen hinter Profitzielen zurückstehen.

Wenn es nach Thomas Hegel, dem Geschäftsführer der LEG NRW, geht, ist fast alles prima. Die beim Verkauf der ehemals landeseigenen Wohnungsgesellschaft mit ihren 93.000 Wohnungen an den Whitehall Real Estate Funds vereinbarte Sozialcharta, die den Erhalt des Wohnungsbestandes durch Modernisierung und Instandsetzung sowie einen Kündigungsschutz für Mieter und Mitarbeiter vorsieht, würde eingehalten. „Wir werden im Rahmen dieser Sozialcharta modernisieren und investieren“, so Hegel. Nun ist es aber so, dass die neuen Eigentümer andere Renditeziele haben als der vormalige Besitzer, weshalb die Investitionen im nächsten Jahr von 114 auf 90 Millionen Euro heruntergefahren werden sollen. Übrig bleiben noch 12,50 Euro pro m², die zwar den in der Sozialcharta vereinbarten Bedingungen entsprechen, aber nach Ansicht von Experten kaum für die Bestandserhaltung reichen und auch weit unter dem Durchschnitt anderer Wohnungsunternehmen in NRW liegen – diese investieren 23 Euro pro m².

Auch mit Mieterhöhungen sei zu rechnen, da in Zeiten der Wirtschaftskrise die Einnahmen durch Wohnungsprivatisierung nicht so sprudeln wie erhofft. Neben Sonderbelastungen im Zuge des LEG-Verkaufes belasten die ausbleibenden Verkäufe die Jahresbilanz des Unternehmens: 2008 schrieb die LEG erneut rote Zahlen, der Fehlbetrag belief sich auf 197 Millionen Euro.

Mieterverbände befürchten nun, dass die Renditeziele deshalb aus dem Bestand erreicht werden sollen. Mieter müssten sich auf saftige Mieterhöhungen wie in Düsseldorf, Dortmund und Neuss einstellen, wo die LEG die Miete zum Teil um 20 Prozent erhöhte. Andernorts klagt man bereits über „vergammelnde Wohnungen“, weil Modernisierungen und Instandhaltungen ausbleiben. Das Schreckgespenst der „Heuschrecke“ macht wieder seine Runden…


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