Luxusimmobilien sind in Deutschland eher rar gesät

7. September 2009 | von

Der gemeine Deutsche gilt gängigen Stereotypen zufolge als fleissig, ernst und wohlhabend. Allerdings wird ihm auch gerne ein gewisser Sozialneid nachgesagt, weshalb das Protzen mit dicken Autos und teuren Villen hierzulande eher verpönt ist. Da verwundert es nicht, dass man riesige Paläste à la Hollywood vergeblich sucht. Einer Studie des Maklerunternehmens Dahler & Company GmbH zufolge nimmt auch der Markt für Luxusimmobilien in Deutschland eher bescheidene Ausmaße an.

Die Maklerexperten für hochwertige Immobilien ermittelten einen Gesamtbestand von 200.000 Luxus-Wohnimmobilien in ganz Deutschland. Gemessen am gesamten Bestand an Wohneinheiten ergibt das einen Anteil von doch sehr überschaubaren 0,5 Prozent – von 200 Wohnungen gilt demnach gerade mal eine als „Luxuswohnung“. Dabei ist der Anteil der Villen höher als der von Eigentumswohnungen: Ein- und Zweifamilienhäuser der Kategorie „Luxus“ haben einen Anteil von 1,3 Prozent.

Bei der Beurteilung, was denn eine Luxusimmobilie sei, sind die Immobilien-Spezialisten allerdings eher mit der Holzhammer-Methode vorgegangen. So gilt nach Ansicht von Dahler & Company jedes Ein- oder Zweifamilienhaus mit einem Preis von 750.000 Euro bzw. einer Eigentumswohnung mit einem Quadratmeterpreis von 5.000 Euro als Luxusdomizil. Dass ein Münchner Immobilienmakler für diesen Preis eher nur eine Gartenlaube in Angebot hat, während man für den gleichen Betrag in Sachsen durchaus ganze Anwesen erwerben kann, wurde genauso wie Ausstattungsmerkmale und Optik ausser Acht gelassen.

Apropos München: Wie nicht anders zu erwarten, setzt sich München wie bei vielen anderen Rankings die Krone bei den Luxusimmobilientransaktionen in Deutschland auf. Nirgendwo anders gehen so viele teure Immobilien über die Theke wie in Bayerns Landeshauptstadt. Exklusiver geht es dagegen in Baden-Baden zu. Im noblen Kurort haben Luxusimmobilien den größten Anteil am gesamten Wohnungsmarkt, zudem ist mit 58% mehr als jede zweite Immobilien-Transaktion die einer Luxusimmobilie. Insgesamt betrachtet sind Regionen mit hoher Kaufkraft und höchster Einwohnerdichte gute Märkte für teure Immobilien. Neben Baden-Baden und München tauchen hier die üblichen Verdächtigen wie Hamburg, Berlin und Düsseldorf auf.

Bei den höchsten Preisen werden die Top-Metropolen aber allesamt von der kleinen Insel geschlagen, die bei Tausenden Autos als Aufkleber auf der Heckscheibe prangt: Auf Sylt kostet ein Luxusdomizil im Schnitt 2 Millionen Euro, nach oben sind fast keine Grenzen gesetzt. Hier verlangt man für einen besseren Geräteschuppen sogar 6,5 Millionen Euro – da kann nicht mal München mithalten.

PS: Bei KennstDuEinen findet man vielleicht doch einen Makler, der für 750.000 Euro in München mehr als eine Gartenlaube anbietet.


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