Vernetztes Haus: Visionen, Teil X

9. September 2009 | von

The same procedure as last year? The same procedure as every year! Schon seit einem Jahrzehnt schwärmt die Haushalts- und Unterhaltungsgeräteindustrie vom intelligent vernetzten Haus, in dem der Kühlschrank die zur Neige gehenden Lebensmittelvorräte selber nachbestellt und die Waschmaschine von der Couch aus bedient wird – oder von unterwegs per Smartphone. Auch auf der diesjähringen Funkausstellung in Berlin ist dies nicht anders – aber nun soll es endlich Realität werden. Zumindest, wenn die Verbraucher überzeugt werden.

Bislang ist scheinbar nicht der fehlende Standard für die Gerätekommunikation das Problem, sondern der Kundenwille, der den scheinbar ein Eigenleben habenden Geräten nicht so ganz über den Weg traut. Oder sich der letzten Selbstständigkeit beraubt fühlt und sich nicht von den Geräten vorschreiben lassen will, was er nun zu tun hat. Auch die Angst vor dem gläsernen Kunden – keiner weiß, welche Daten die Geräte sammeln und wo sie diese hinfunken, wenn sie mit dem Internet verbunden sind – und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, spielt eine Rolle. Nicht zu unterschätzen ist der Respekt vor der Bedienung des ganzen, schließlich sind schon ganze Generationen von Männern an der Komplexität der Waschmaschinen-Knöpfe gescheitert, vom Videorekorder mal ganz zu schweigen. Dementsprechend zurückhaltend gibt sich der Kunde, wenn es um den funkenden Haushalt geht.

All den Vorbehalten zum Trotz präsentieren die Hersteller auch in diesem Jahr wieder Visionen vom vernetzten, intelligenten Haushalt auf der Berliner IFA. Im „[email protected]“- Bereich schwärmt die Branche zum Beispiel von Cerankochfeldern mit Displays, die Kochrezepte präsentieren – hoffentlich hat der Herd das auch vorher mit dem Kühlschrank besprochen. Neben diesen einzelnen Gimmicks ist aber die zentrale Steuerung der Haushaltsgeräte das weit größere Thema. Miele präsentiert hier ein Steuermodul für seine Hausgeräte, Metz ebenso. Auch von unterwegs soll man mithilfe von Smartphones seine Geräte steuern können – sicherlich nicht unnütz, wenn man sich auf dem Weg zur Arbeit mal wieder fragt, ob man die Kaffeemaschine auch wirklich ausgeschaltet hat.

Und wenn gar nichts mehr hilft, um den Kunden zu überzeugen, gibt man der Sache einfach einen neuen Namen: Die Datenwolke, die nach der Vorstellung von IBM nun alles viel einfacher machen soll.


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2 Kommentare zu Vernetztes Haus: Visionen, Teil X

  1. Pingback: Tweets that mention Immobilien-News und Info - immobilo.de » Blog Archive » Vernetztes Haus: Visionen, Teil X -- Topsy.com

  2. Toller Artikel ich habe, mir den Blog, direkt meinen Bookmarks hinzugefuegt. Ich bin gespannt was es hier noch gutes zu lesen gibt.

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