Verband: Innenstädte sollten vorrangig gefördert werden

23. September 2009 | von

Spätestens seit der Pleitewelle bei ehemaligen Handelsgrößen wie Karstadt, Woolworth und Hertie geht die Diskussion um die drohende Verödung der Innenstädte in eine neue Runde. Auch der Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen sorgt sich um die Attraktivität der Stadtzentren – allerdings nicht wegen des wegbrechenden Handels und neuer Einkaufszentren auf der Wiese, sondern wegen teurer Mieten und leerstehender Wohnungen. Auf den Mitteldeutschen Immobilientagen in Erfurt forderte der Verband ein Umdenken in der Förderungspolitik.

Statt auf die Sanierung von Plattenbauten sollte sich die Förderung der Stadtentwicklung vielmehr auf die Innenstädte konzentrieren, mahnte der Vorsitzende des Landesverbandes Mitteldeutschland, Frank Müller. Während Plattenbauten durch Modernisierung und günstige Mieten inzwischen nicht mehr über anhaltenden Mieterschwund leiden, würden in den Innenstädten immer mehr Wohnungen leerstehen – auch, weil diese deutlich teurer sind. Selbst denkmalgeschützte Häuser würden leerstehen. Damit dieser Trend gestoppt werden kann, fordert Müller eine Konzentration der Förderung auf eine Stadtsanierung „vom Zentrum aus“.

Auch Thüringen von Wohnungsknappheit betroffen

Nach Ansicht des Verbandes sollten zudem schnell die notwendigen Rahmenbedingungen für zukünftige Investitionen geschaffen werden, sonst drohe auch in Thüringen eine Wohnungsknappheit ähnlich wie in Hamburg und München. Rund 23.000 Wohnungen würden bis zum Jahr 2025 fehlen, wenn die Bauvorhaben im derzeigtigen Tempo weiterliefen. Mit Blick auf den demografischen Wandel in Deutschland verdeutlichte Müller den zukünftig hohen Bedarf an barrierefreien Wohnungen, die allerdings im Bau bis zu 50% teurer sind als herkömmliche Wohnungen. Zusätzliche Mittel seien hier unerlässlich.

Auf den Mitteldeutschen Immobilientagen diskutieren rund 100 Vertreter aus Politik, Verbänden und privater Immobilienwirtschaft über Chancen und Anforderungen der Immobilienbranche in Thüringen, Sachsen und Sachsen Anhalt.


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