Weltkulturerbe: Bedrohung durch den Klimawandel

10. November 2009 | von

Historische Bauten auf der ganzen Welt haben Jahrhunderte überdauert, doch der Klimawandel geht auch an ihnen nicht spurlos vorüber. Das Projekt „Climate for Culture“ untersucht jetzt die Auswirkungen und Gefahren für Weltkulturerbestätten und will Schutzmaßnahmen erarbeiten. Am Montag fiel in den Münchner Pinakotheken der offizielle Startschuss für das fünfjährige Forschungsprojekt.

Die einen schimpfen noch über einen mehr als mittelmäßigen Sommer, die anderen kämpfen mit den seit Oktober verschärften Vorgaben der Energieeinsparverordnung: Die Auswirkungen des Klimawandels sind überall zu spüren. Während in ganz Deutschland schon wieder ordentlich gefroren wird und sich die Erwartungen an den bevorstehenden Klimagipfel in Kopenhagen in Grenzen halten, stellt sich eine Gruppe von Forschern die Frage: Wie sehr leidet das Weltkulturerbe unter den veränderten Bedingungen?

Initiator des interdisziplinären Forschungsprojektes ist das Fraunhofer Institut für Bauphysik, dass das Projekt auch koordinieren wird. Unter anderem werden sich Klimaforscher, Ökonomen, Physiker und Architekten zusammentun – dann wird fünf Jahre lang am Computer simuliert, berechnet, ausgewertet. Erklärtes Ziel ist das Erstellen eines Katalogs, in dem die Auswirkungen des Klimawandels auf Weltkulturerbestätten, vor allem aber Möglichkeiten zu ihrem Schutz aufgeführt werden sollen.

Sowohl steigende Temperaturen als auch zunehmender Niederschlag bedrohen historische Bausubstanzen, die durch die veränderten klimatischen Bedingungen nicht nur beschädigt, sondern im schlimmsten Fall sogar zerstört werden können. Nicht zuletzt sind auch die zahlreichen Besucher eine Belastung für die historischen Bauten, denn sie bedeuten auch Temperaturschwankungen und eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. Das unschöne Resultat kennen viele nur zu gut: Schimmelbildung.

An dem Projekt „Climate for Culture“, das von der EU mit fünf Millionen Euro gefördert wird, werden sich insgesamt 30 Einrichtungen aus 16 Ländern beteiligen. Die Untersuchungen betreffen unter anderem auch die Pyramiden, das Kolosseum in Rom sowie Königsschlösser in Bayern und die historischen Altstädte in Wismar und Stralsund.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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