Nach Protesten: Investor soll Gängeviertel an Stadt Hamburg zurückverkaufen

13. November 2009 | von

Seit Monaten sorgt das Hamburger Gängeviertel für Gesprächsstoff: Erst soll das sanierungsbedürftige Künstlerviertel an einen Investor verkauft werden. Dann folgt eine Welle des Protests aus der Bevölkerung, Hausbesetzungen und Initiativen gegen den Verkauf. Jetzt will die Stadt Hamburg das Gängeviertel zurückkaufen.

Gemütliche enge Gassen und Höfe, Ateliers und zahlreiche Künstler – so kannte man das Hamburger Gängeviertel bisher. Allerdings war das historische Arbeiterviertel auch dringend sanierungsbedürftig. Der niederländische Investor Hanzevast hatte aber keineswegs eine Sanierung im Sinne des Kultur- und Denkmalschutzes ins Auge gefasst. Vielmehr war geplant, das Gängeviertel zu einem Szeneviertel zu machen – Büros und vor allem kostspielige Wohnungen inklusive. Wie viele Gebäude dem Abriss zum Opfer gefallen wären, ist unbekannt. Die Begriffe Ausverkauf und Totsanierung sind jedoch allgegenwärtig.

Seit Wochen hatten hunderte Hamburger gegen den Verkauf und für den Erhalt des Viertels gekämpft. Noch am Mittwoch hatten mehrere hundert Menschen demonstriert, auch Hamburger Architekten setzten sich für das Gängeviertel ein. Seit über zwei Monaten hatten zudem mehr als 200 Künstler Häuser im Viertel besetzt gehalten. Der Protest richtete sich gegen die Stadtentwicklung, die ausschließlich die Grundstückswerte sehe, nicht aber ein Stück jahrhundertealte Baukultur. Die Sanierung müsse in jedem Fall durch die Stadt, nicht durch einen Investor erfolgen. Nur so könne das Gängeviertel als Kultur- und Künstlerviertel erhalten bleiben.

Jetzt scheint der Erfolg zum Greifen nah: Die Stadt Hamburg will das Gängeviertel von Hanzevast zurückkaufen. Darüber bestehe zwischen den Beteiligten grundsätzlich Einigung. Mindestens zwei Millionen Euro soll der Stadt die Erhaltung des historischen Arbeiterviertels wert sein. Endgültig fest steht allerdings noch nichts, bisher sei noch kein Vertrag unterschrieben worden. Auch was genau im Falle eines erfolgreichen Rückkaufs mit dem Viertel geschieht, ist unklar. Für die Künstler würde er also zunächst nur einen Etappensieg bedeuten.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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