Hamburg kauft Gängeviertel zurück

16. Dezember 2009 | von

Die Künstler haben sich durchgesetzt: Die Stadt Hamburg kauft den Künstlerhotspot Gängeviertel nach monatelangen Protesten und hoher medialer Aufmerksamkeit vom niederländischen Investor Hanzevast zurück. Gleichzeitig wird das vorgesehene Bebauungskonzept verworfen.

Die Freunde des Hamburger Gängeviertel haben es vorgemacht, wie man durch persönliches Engagement, Protest und mediale Präsenz eine zweifelhafte Entscheidung rückgängig macht. Gestern einigte sich die Stadt nach Angaben der Kulturbehörde mit dem Investor Hanzevast über einen Rückkauf des historischen Gängeviertels für knapp 2,8 Millionen Euro. Die Stadt erwirbt zusätzlich die Rechte an den bisherigen Planungen.

Mit der gestrigen Entscheidung können alle Seiten ihr Gesicht bewahren, denn „in Anbetracht der aktuellen Diskussion sind sich Hamburg und Hanzevast darin einig, dass – ungeachtet bestehender Verträge ¬ eine Umsetzung des bisherigen städtebaulichen Konzeptes weder für den Investor noch für Hamburg zukunftsweisend ist“, wie es in der Erklärung hieß. „Unser Ziel ist es, das Gängeviertel zu einem lebendigen, kreativen innerstädtischen Quartier weiterzuentwickeln“ erklärte die parteilose Kultursenatorin Karin von Welck. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) im Gespräch mit dem Radiosender NDR 90,3. So soll ein neues Konzept für das Gängeviertel unter Berücksichtigung der Kriterien Stadtentwicklung, Denkmalschutz, Künstlernutzung und Wirtschaftlichkeit erarbeitet werden.

Hamburg hatte das Areal 2006 an Hanzevast verkauft, die nach der Einigung über städtebauliche Fragen bereits zwei der drei vereinbarten Kaufpreisraten an die Stadt überwies. Der Streit entbrannte über die zukünftige Nutzung des ehemaligen Arbeiterviertels. Hanzevast plante gehobenes Szene-Quartier mit einem Mix aus Büros, Einzelhandel und mondänen Eigentumswohnungen, was zu massivem Widerstand in der Hansestadt führte. Die Künstlerinitiative „Komm in die Gänge“ besetzte die Gebäude und forderte einen Rückkauf des Areals, um das historische Ensemble zu retten und die drohende Verdrängung der Künstler zu verhindern.


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