Experten sehen keine Wohnungsnot in Deutschland

5. Februar 2010 | von

Mieterverbände warnen angesichts des seit Jahren rückläufigen Wohnungsneubaus und eines sich veränderten Wohnungsbedarfs vor einer erneuten Wohnungsnot in Deutschland. Der „Rat der Weisen der Immobilien¬wirtschaft“ prognostiziert dagegen keine flächendeckend drohende Wohnungsknappheit in 2010. In beliebten Metropolen könnte es dagegen tatsächlich zu Engpässen kommen.

Im Jahr 2010 wird es in Deutschland keine Wohnungsnot geben. Zu diesem Ergebnis kommt der aus den Forschungsinstituten Bulwien-Gesa, Gfk Geo-Marketing, Empirica sowie dem Sachverständigenrat der Bundesregierung angehörende Wolfgang Wiegard besetzte „Rat der Immobilienweisen“ in seinem Frühlingsgutachten.

Der Rat tritt vor allem von Mieterverbänden geäußerten Befürchtungen entgegen, dass der in den letzten Jahren auf einen noch nie dagewesenen Tiefstand gefallene Neubau von Wohnungen zu einer erneuten Wohnungsnot und einer Wohnungsverknappung führen könnte. „Die amtlichen Statistiken weisen darauf hin, dass sich das Wohnungsangebot im westdeutschen Mittel analog zur Wohnungsnachfrage entwickelt hat“, betonte Empirica-Vorstand Harald Simons. Einer zwischen 1994 und 2008 um 10% gestiegenen Anzahl von Haushalten in Westdeutschland stehe eine um 14% gestiegene Zahl an Wohnungen gegenüber.

Dementsprechend zeige sich auch ein Anstieg des Leerstandes und seit 2004 konstante Nominalmieten. Der Deutsche Mieterbund kritisierte in der Vergangenheit allerdings die Tatsache, dass der Zustand der Wohnungen in solchen Statistiken keine Beachtung findet. Viele der leerstehenden Wohnungen seien nach heutigen Maßstäben nicht mehr vermietbar.

Eine Einschränkung für ihre Entwarnung hält auch der Rat der Immobilienweisen bereit. So könnte es bei weiterhin abnehmender Bautätigkeit in Metropolen wie München, Köln, Hamburg und auch eingeschränkt in Frankfurt tatsächlich zu einem angespannten Wohnungsmarkt kommen.

Gute Nachrichten für Wohneigentümer

Wohneigentümer können in diesem Jahr mit stabilen bis steigenden Preisen für ihre Immobilien rechnen. „2009 dürfte den unteren Wendepunkt des Wohnungsmarktzyklus markiert haben“, so Simmons. Für 2010 rechne er mit einem Anstieg der Kaufpreise für Immobilien in kreisfreien westdeutschen Städten um 1,5 Prozent. Hauseigner in Landkreisen müssen sich dagegen noch ein bis zwei Jahre gedulden, ehe ihre Immobilien weiter an Wert gewinnen.

Weniger optimistisch sieht es dagegen auf dem Büroimmobilienmarkt aus. Während die Anzahl der Büroangestellten schrumpfe, steigt der Leerstand auf neue Rekordwerte. So werden 2010 in den Metropolen etwa 8,75 Millionen Quadratmeter Bürofläche ungenutzt bleiben, was einen Anstieg um 18,8 Prozent zu 2009 bedeutet.


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