Test: Bausparkassen mit der günstigsten Eigenheimfinanzierung

24. Februar 2010 | von

Dank Bausparkassen ist die Finanzierung der eigenen vier Wände so erschwinglich wie schon lange nicht mehr. Zu diesem durchaus überraschenden Ergebnis kam die Stiftung Warentest in einem Vergleich verschiedener Immobilienfinanzierungsarten.

Gute Nachrichten für die im letzten Jahr arg gebeutelte Bausparkassenbranche kommen von der Stiftung Warentest. In einem Vergleich der gängigsten Immobilienfinanzierungen von ingesamt 87 Kreditinstituten, Vermittlungsgesellschaften und Versicherungen hatten die Kreditangebote der Bausparkassen in verschiedenen Finanzierungsmodellen stets die Nase vorn. Besonders frohlocken kann Marktführer Schwäbisch Hall, der im vergangenen Jahr noch einen Rückgang des Neukundengeschäfts um 15,6 Prozent und ein Minus von 10,9 Prozent bei der Bausparsumme zu verkraften hatte. Der Untersuchung zufolge hat die größte private Bausparkasse Deutschlands derzeit das beste Angebot aller Kreditgeber im Angebot – und wird sich über die gute PR aus dem Hause „Test“ gerade in den aktuell schwierigen Zeiten kaum beschweren wollen.

Der zinssichere Immobilienkredit mit einer Laufzeit von 24 Jahren schlug zum Zeitpunkt der Untersuchung Mitte Januar mit einem Effektivzins von 4,02 Prozent zu Buche. Damit verwies das Angebot von Schwäbisch Hall die Offerten anderer Bausparkassen mit garantierten Effektivzinsen von unter 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von 20 Jahren oder länger auf die Plätze. Zudem ist ein eingehender Vergleich der Kreditangebote dringend angeraten. Laut Stiftung Warentest mussten beim teuersten Angebot nach Ende der Laufzeit über 36.000 Euro mehr an Zinsen zurückgezahlt werden als bei der günstigsten Immobilienfinanzierung. Für das Geld kann man sich zusätzlich zum Haus noch eine komfortable Mittelklasselimousine in die Garage stellen.
Wo viel Licht ist, kann der Schatten aber nicht weit sein. Gerade die klassischen Bausparverträge sind wenig flexibel. Feste Laufzeiten und Zinsen bieten zwar Sicherheit und Planbarkeit, können aber im Fall eines plötzlichen Geldsegens oder anderer Ereignisse nur schwer oder gar nicht vorzeitig getilgt werden. Wer mehr Flexibilität benötigt, muss wohl in den sauren Apfel höherer Zinsen beißen.

Standortwahl wichtig

Mindestens genauso wichtig wie der maßgeschneiderte Immobilienkredit ist die Standortwahl des neuen Zuhauses. In manchen Regionen Deutschlands sind Immobilien besonders günstig zu haben. Allerdings sollte man die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Gebietes im Auge haben, damit das Heim nicht plötzlich weniger Wert ist als beim Kauf oder Bau. Um die laut einer empirica-Studie im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen durchschnittlich 212.000 Euro teure Gebrauchtimmobilie zu erwerben, müssen – gemessen an den regionaltypischen Haushaltsnettoeinkommen – deutschlandweit im Schnitt 5,6 Jahreseinkommen bezahlt werden. Besonders günstig sind die Häuser dabei im bayerischen Wunsiedel, wo gerade mal 2,3 Jahreseinkommen fällig werden. Im badischen Freiburg muss mit 11,1 Jahreseinkommen dagegen deutlich mehr investiert werden.


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Ein Kommentar zu Test: Bausparkassen mit der günstigsten Eigenheimfinanzierung

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