Sankt Pauli: Bernhard-Nocht-Quartier soll an Anwohner verkauft werden

17. März 2010 | von

Das Neubauviertel zwischen der Bernhard-Nocht- und der Erichstraße in Sankt Pauli wird von den Investoren nun als Ergebnis von Auseinandersetzungen mit der Bürgerinitiative „No BNQ“ an selbige zum Verkauf angeboten. Der Umbau der Gebäude würde so verhindert und das Viertel in die Hände der Anwohner gegeben werden.

Nach monatelangem Streit um das Bernhard-Nocht-Quartier im Hamburger Stadtteil Sankt Pauli ist endlich eine Lösung in Sicht. Das Investoren-Duo Köhler und von Bargen erklärte sich dazu bereit, mit der Anwohner-Initiative „No BNQ“ zu kooperieren und das Neubau-Viertel an sie zu verkaufen.

Laut Andreas von Bargen handelt es sich beim Kaufpreis um eine Summe unter zehn Millionen Euro. Das Projekt ende für die Investoren in diesem Fall mit einem Ergebnis von plus minus null.

Dem Verkaufsangebot war eine Auseinandersetzung zwischen Investoren und der vom alternativen Bauträger Stattbau engagierten Initiative „No BNQ“ vorausgegangen. Diese hatte mit Demonstrationen und öffentlichen Diskussionen gegen die Umbaupläne für das Gebäudeensemble protestiert. Die betroffenen Häuser sollten saniert oder teilweise abgerissen und neu gebaut werden; dies hätte nach Meinung der Initiative den besonderen Charakter des Areals zwischen Bernhard-Nocht- und Erichstraße zerstört.

Im Grunde ist es in einem solchen Fall den Investoren nicht erlaubt, die Häuser weiterzuverkaufen. Hier sei aber laut Bezirksamtsleiter und SPD-Mitglied Markus Schreiber eine Ausnahme möglich, da lediglich verhindert werden solle, dass sich Finanzinvestoren der Gebäude bemächtigten. In Zukunft plane der Bezirk, die Häuser zu mieterverträglichen Bedingungen zu erhalten.

Künftig will die Bürgerinitiative mit der Freiburger Mietshäuser Syndikat GmbH, die selbst organisierte Hausprojekte unterstützt, zusammenarbeiten. Ziel ist es, die Mietpreise im Bernhard-Nocht-Quartier langfristig niedrig zu halten. Für zehn Jahre hatte „No BNQ“ schon eine Mietpreissicherheit ausgehandelt. „Vonseiten der Initiative gibt es verschiedene Finanzierungsmodelle, und für das Konzept ist nichts undenkbar“, so Steffen Jörg, Mitglied der Initiative. Die Sprecherin des Bezirksamts Sorina Weiland äußerte jedoch: „Sollte die Initiative die Häuser nun tatsächlich kaufen, müsste der Bezirk aber natürlich in die Neuplanung einbezogen werden“.


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