Wohnungsunternehmen: Börsengang der Berliner GSW steht kurz bevor

31. März 2010 | von

Nach langen Diskussionen haben sich der Berliner Senat und die Eigentümer der GSW, die Investmentgesellschaft Cerberus und die Goldman Sachs-Tochter Whitehall, offenbar auf einen Börsengang des Wohnungsunternehmens geeinigt. Berlin lässt sich das „Go“ mit einem Millionenbetrag allerdings auch gut bezahlen. Mieterverbände befürchten nun Mieterhöhungen.

Für eine nach Angaben des Berliner Finanzsenators Nußbaum (parteilos) maximale Zahlung von 30 Millionen Euro hat sich der Berliner Senat das „Ja“ zu einem Börsengang der GSW Immobilien GmbH versilbern lassen und so den Weg des Wohnungsunternehmens auf das Börsenparkett geebnet. Nachdem der Senat dem Vorhaben bereits zugestimmt hat, muss nun auch das Abgeordnetenhaus am 19. April seinen Segen geben. Die Zustimmung der Kammer ist nötig, da sich Berlin im Kaufvertrag zwischen Land und den Investoren Cerberus und Whitehall ein Vetorecht beim Verkauf von mehr als 49 Prozent der GSW-Anteile vorbehalten hatte.

Mieterverein befürchtet Mieterhöhungen

Durch den Börsengang rechnen Mietervereine eine Verschlechterung der Situation für die Mieter der 70.000 GSW-Wohnungen. Der Geschäftsführer des Berliner Mietervereines, Rainer Wild, bezweifelt die zugesagten gemäßigten Renditeerwartungen der Aktienkäufer von 3 bis 5 Prozent. Er befürchte Mieterhöhungen im Zuge des Börsengangs von bis zu 20 Prozent in drei Jahren, da der Senat die bisherigen Mieterschutzregelungen nicht über das Jahr 2014 hinaus verlängert hat.

Den Befürchtungen widersprechen allerdings sowohl Nußbaum als auch die GSW. „Durch eine Zusatzvereinbarung werden die Rechte des Landes und der Mieter gewahrt“ betonte Finanzsenator Nußbaum in einem Gespräch mit dem „Tagesspiegel“. GSW-Sprecher Thomas Rücker versprach, dass das Unternehmen die derzeitigen Mieter halten und sich weiterhin am Mietspiegel orientieren wolle. Es sei viel zu aufwendig, die Wohnungen zu sanieren und neu zu vermieten. Die 130.000 GSW-Mieter „müssen sich keine Sorgen machen“, so Rücker zum Tagesspiegel.

2004 war die zuvor landeseigene GSW für 405 Millionen Euro an die beiden Investoren Cerberus und Whithall verkauft worden. Im Zuge der Transaktion hatte sich das Land weitgehende Rechte beim Mieterschutz zusichern lassen. Experten erwarten nun einen Börsenerlös von 700 bis 900 Millionen Euro. Die GSW dürfte sich damit in Mdax wiederfinden.


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