Der Traum vom Haus: Angeblicher Gewinn wird zum finanziellen Fiasko

9. April 2010 | von

Ein Gewinnspiel, bei dem ein Fertighaus verschenkt werden sollte, entpuppte sich für eine 29-jährige Berlinerin als Fiasko: Die Bauarbeiten stoppten nach wenigen Tagen und die Familie steht nun ohne Haus, dafür aber mit hohen Schulden da. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Im Dezember 2008 wurde für die Berlinerin Sandra Gensch wahr, wovon die meisten Familien träumen: Bei der Verlosung „Haustraum unterm Weihnachtsbaum“ vom „Berliner Kurier“ und der Privileg Massivhaus AG versuchte sie ihr Glück – und gewann. Laut den Geschäftsbedingungen der Aktion sollte das Fertighaus innerhalb von acht Monaten zum Einzug bereit sein, erzählt die 29-Jährige dem „Spiegel“. So begann sie gemeinsam mit ihrem Mann im Sommer 2009 die Bauherrenleistungen zu erfüllen: ein Grundstück wurde gekauft, ein Bodengutachten erstellt und die Statik geprüft.

Doch die Bauarbeiten am neuen Traumhaus liefen dem Bericht zufolge anders als versprochen – nämlich gar nicht. Nach nur acht Tagen tauchten die Bauarbeiter in Dallgow-Döberitz nicht mehr auf und bis auf das Gießen des Fundaments und das Hochziehen der Wände im Erdgeschoss wurde seitdem nichts getan.

Für Sandra Gensch und ihre Familie hat der angebliche Gewinn nur Ärger gebracht: Für den Kauf des Grundstücks hatten sie laut „Spiegel“ einen Kredit von 155.000 Euro aufgenommen, dessen Rückzahlung zusammen mit der monatlichen Miete eine große Doppelbelastung darstellt. Um sich diese leisten zu können, muss die 29-Jährige bereits viel Zeit in einen Job bei der evangelischen Kirche investieren, die sie eigentlich braucht, um sich um ihre einjährige Tochter und den dreijährigen Sohn zu kümmern.

Gegenüber dem „Spiegel“ weist der Chefredakteur des „Berliner Kuriers“, Hans-Peter Buschheuer, alle Vorwürfe zurück. Es bestehe ein „ständiger Kontakt der Familie Gensch zur Redaktion als auch seit März zur Rechtsabteilung“ und die Hausbaufirma sei mehrmals deutlich auf ihre vertraglichen Verpflichtungen hingewiesen worden. „Privileg Massivhaus wurde bereits durch mehrere Schreiben und Anrufe unsererseits dazu aufgefordert, den Hausbau für die Familie Gensch unverzüglich fortzusetzen.“

Wie aus dem Bericht von „Spiegel Online“ hervorgeht, habe sich Buschheuer die Baustelle in Dallgow-Döberitz persönlich angesehen und sei der Meinung, der Baufortschritt wäre angemessen, da der lange und frostige Winter Komplikationen mit sich gebracht hätte. Außerdem habe Gensch das Grundstück erst im August gekauft und den Bauarbeitern damit sehr spät zur Verfügung gestellt.

Sollte es allerdings nicht mehr zu einer Einigung zwischen der Familie und dem Fertighausanbieter kommen, ziehe der Verlag „in Erwägung, zu gegebener Zeit weitere Schritte gegen Privileg Massivhaus einzuleiten“.


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