Süd-Nord-Gefälle bei den Baukosten: Günstig bauen im Norden

13. April 2010 | von

Bei den Baukosten in Deutschland herrscht ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. In Hamburg kann demzufolge vergleichsweise günstig gebaut werden, während in Bayern tief in die Tasche gegriffen werden muss, wie eine Studie von LBS Research jetzt zeigt. Insgesamt ist es in Deutschland in vielen Regionen weiterhin möglich, für unter 1.200 Euro pro Quadratmeter zu planen.

Wer den Traum vom eigenen Heim verwirklichen und ein Haus bauen möchte, sollte den Standort bedacht auswählen, denn, wie bereits bekannt, bestehen je nach Region in Deutschland große Unterschiede bei Grundstückspreisen. Dass jedoch auch die Baukosten deutliche Differenzen zwischen Norden und Süden aufweisen, zeigt jetzt eine Studie von LBS Research, der die Daten des Statistischen Bundesamtes für 2009 zugrunde liegen.

Das Süd-Nord-Gefälle ist dabei mehr als deutlich: so mussten Bauherren in Bayern durchschnittlich fast 1.600 Euro für den Quadratmeter Wohnfläche zahlen, in Sachsen-Anhalt hingegen unter 1.050 Euro.

Anders als bei den Baulandpreisen finden sich bei den veranschlagten Baukosten allerdings nicht die typischen Stadt-Umland-Unterschiede, vielmehr scheint intensiver Wettbewerb gerade in den Großstädten Grenzen für die Baupreise zu setzen. In Bremen beispielsweise kostet der Quadratmeter mit 1.082 Euro ganze 10 Euro weniger als in Niedersachsen und in Berlin müssen mit durchschnittlich 1.135 Euro nur etwa 20 Euro, also 2 Prozent, mehr gezahlt werden als in Brandenburg. Auch in Hamburg ist das Niveau der Baukosten mit knapp 1.290 Euro zwar fast 100 Euro höher als in Schleswig-Holstein, jedoch 11 Prozent niedriger als im Saarland.

Betrachtet man den Gesamtaufwand für ein Eigenheim, sind die Unterschiede bei den Baukosten in den Ländern laut LBS Research sogar noch höher: Da Bayern auch bei der genehmigten Wohnfläche im Einfamilienhaus mit 155 Quadratmetern deutschlandweit nach dem Saarland an zweiter Stelle steht, belaufen sich in dem südlichen Bundesland die Baukosten im Schnitt auf 246.000 Euro – fast doppelt so viel wie in Mecklenburg-Vorpommern. Hier werden die Eigenheime mit 114 Quadratmetern im bundesweiten Vergleich am flächensparendsten geplant und kosten deshalb durchschnittlich nur 124.000 Euro. In immerhin 11 von 16 Bundesländern, darunter Hamburg und Nordrhein-Westfalen, liegen die Kosten für Einfamilienhäuser unter 180.000 Euro, so die LBS-Experten.

Der internationale Vergleich zeigt, dass der deutsche Immobilienmarkt trotz leicht ansteigender Baupreise durch die Mehrwertsteuererhöhung und höhere Rohstoffpreise im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern relativ stabil geblieben ist. In den meisten Regionen ist es noch immer möglich, Einfamilienhäuser mit 1.000 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter zu planen.


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