Immobilienfonds werden zum Problemfall

19. April 2010 | von

Aller unguten Dinge sind drei: Nachdem vergangene Woche bereits die US-Banken Morgan Stanley und Goldman Sachs massive Probleme mit ihren Immobilienfonds einräumen mussten, gesellt sich nun auch die Deutsche Bank zur illustren Runde der Fonds-Problemkinder. Einem Bericht des Spiegels zufolge musste der Fonds „Rreef America Reit III“ erhebliche Verluste hinnehmen.

Es sind wirklich keine guten Zeiten für Immobilienfonds. Bereits im vergangenen Jahr mussten mehrere offene Immobilienfonds geschlossen werden, nachdem die Anleger massiv Kapital abzogen. Nun geraten weitere Immobilienfonds in die Bredouille – allerdings aus einem anderen Grund. Der Gewerbeimmobilienmarkt kriselt derzeit und verhagelt den Fonds durch leerstehende Büros, Ladenflächen und Hallen reihenweise Abwertungen der oft zu Boomzeiten gekauften und entsprechend teuren Immobilien die Bilanzen.

So musste einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge der 2,6 Milliarden Dollar schwere Fonds „Rreef America Reit III“, bei dem es sich nicht um einen offenen Publikumsfonds handelt und an dem die Deutsche Bank einen Anteil von 10 Prozent hält, einen Verlust von 65 Prozent hinnehmen. Die restlichen 90 Prozent gehören Rreef, der US-Anlagetochter der Deutschen Bank. Kein Wunder also, dass die Bank einen deutlichen Betrag zur Stützung des Fonds leisten musste. Privatinvestoren seien nicht betroffen, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bank dem „Manager Magazin“. „Wir haben für den Fonds eine Restrukturierungslösung erarbeitet, bei der die Deutsche Bank, Kreditgeber und Investoren einen Beitrag geleistet haben“, so der Sprecher weiter.

Deutlich mehr sorgen müssen sich Anleger des „Whitehall-Street-International“ von Goldman Sachs und des „Morgan Stanley Real Estate Funds IV“ machen, die in den vergangenen Wochen für Negativschlagzeilen sorgten. Während der „Whitehall Street“ fast sein komplettes Eigenkapital von 1,8 Milliarden Dollar verloren hat, bleiben dem Morgan-Stanley-Fonds immerhin noch 3,4 Milliarden Dollar übrig – allerdings steht hier ein Verlust von ca. 5,4 Milliarden Dollar zu Buche.


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