Spürhunde gehen in Bayern auf Schimmelpilz-Jagd

21. April 2010 | von

Schimmel in der Wohnung ist nicht nur kein schöner Anblick, sondern gesundheitsgefährdend. Die herumfliegenden und für das menschliche Auge nicht sichtbaren Schimmelpilzsporen können etliche Erkrankungen mit schwerwiegenden Folgen auslösen. Damit es gar nicht erst soweit kommt, können Immobilienkäufer oder Wohnungsmieter in Bayern die Wohnung erstmals durch Schimmelspürhunde überprüfen lassen.

Hunde können ja eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen: Knuffig aussehen, bester Freund und Gefährte sein oder Blinde durchs Leben führen. Ganz besonders gut sind sie allerdings beim Schnüffeln. Dank ihres ausgeprägten Geruchssinnes eignen sie sich dabei für eine breite Palette von Aufgaben: vom Drogenaufspüren beim Zoll bis zur Trüffelsuche für Feinschmecker.

Zumindest in Bayern ist jetzt auch das Erschnüffeln von Schimmelpilzherden dazugekommen. Speziell auf diese Aufgabe geschulte Schimmelspürhunde helfen Immobilieninteressenten, bereits vor dem Kauf oder Einzug einen möglichen Schimmelbefall zu entdecken, damit noch rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können – bevor die Gesundheit in Mitleidenschaft gezogen wird.

Dabei ist das Schimmelproblem größer, als man vielleicht annehmen würde. „Experten gehen davon aus, dass 10 bis 15 Prozent aller Wohnungen und Häuser von Schimmelpilz befallen sind. Manche sprechen sogar von jeder vierten Immobilie“, verdeutlicht Schimmelspürhund-Führer Klaus Albrecht die Situation. Auch Käufer einer neugebauten Immobilie sollten sich nicht zu sicher sein, dass ihre Wohnung schimmelfrei ist. Nicht nur Altbauten seien betroffen, auch Neubauten seien oft verseucht.

Hinzu kommt, dass sich Schimmel nicht immer in großen, dunklen Flecken äußert, sondern oft unsichtbar bleibt. Auch die Sporen, die durch die Luft schweben und für schwere Erkrankungen sorgen können, sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Akut gefährdet sind dabei Kinder und ältere Menschen, deren Immunsystem deutlich anfälliger ist. Ihnen drohen Allergien, schwere Atemwegserkrankungen, Bindehautentzündungen, Migräne und Neurodermitis durch Einatmen der Sporen. „Wir wissen inzwischen, dass Schimmelpilz höchst gesundheitsschädlich ist. Die tatsächlichen Auswirkungen werden jedoch erst nach und nach bekannt. Daher ist es höchste Zeit, sich zu schützen“, verdeutlicht Albrecht als Sachverständiger für Schimmelpilzerkennung, -bewertung und -sanierung (TÜV) nochmals die Dringlichkeit des Problems.

Mit ingesamt vier ausgebildeten Schimmelspürhunden aus der Schimmelspürhundestaffel Bayern geht Albrecht dem Schimmelpilz auf den Grund. Dem Experten zufolge liegt die Erfolgsquote bei „nahezu 100 Prozent“, zudem seien die Kosten einer Schimmelüberprüfung mit seinen Hunden vergleichsweise gering: „Werden durch den Schimmelspürhund nur eine oder zwei Materialproben eingespart, hat sich sein Einsatz schon gelohnt“.


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