Münchner Mieten steigen erheblich

22. April 2010 | von

Der Münchner Mieterverein warnt: Ab 2011 sollen die Mieten in der bayerischen Landeshauptstadt erheblich steigen. Grund dafür ist zum Einen die immer weiter sinkende Zahl an Wohnungsneubauten und zum Anderen der im nächsten Jahr neu aufgelegte Mietspiegel, dessen Berechnung der Mieterverein sowie der Haus- und Grundbesitzerverein heftig kritisieren.

Kaum warnte CDU-Politiker und bayerischer Innenminister Joachim Herrmann vor einer drohenden Wohnungsnot in München und befürchtete schon beträchtliche Mietsteigerungen, wird diese Prognose nun vom Münchner Mieterverein bestätigt: 2011 sollen die Mietpreise deutlich erhöht werden.

Dies liegt einerseits am stagnierenden Wohnungsbau, an welchem die weggefallene steuerliche Förderung eine wichtige Aktie hat. Sowohl der Mieterverein als auch der Haus- und Grundbesitzerverein fordern nun die Wiedereinführung der finanziellen Unterstützung. So wurde 2009 mit 600 und 700 Wohnhäusern weniger gebaut als je zuvor, und auch die Zahl der Baugenehmigungen für knapp über 5000 Wohnungen befand sich auf einem absoluten Tief – 2011 wird es also keinesfalls mehr neue Wohnungen geben als aktuell. Nach Berechnungen des Mietervereins wird erwartet, dass im Großraum München in naher Zukunft um die 250.000 Wohnungen fehlen werden.

Ein weiterer Grund für die steigenden Mieten ist der neue Mietspiegel, der im April 2011 erscheint. Dieses alle vier Jahre neu aufgelegte Zahlenwerk, mithilfe dessen die ortsübliche Vergleichsmiete ermittelt wird, soll unter anderem Vermieter ausbremsen, die zu hohe Mietforderungen stellen.

Die Vorsitzende des Mietervereins, Beatrix Zurek, bemängelt, dass im Mietspiegel zu wenige Bestandsmieten, also jene, die sich in den letzten Jahren nicht erhöht haben, eingerechnet werden. Diese würden sich preissenkend auswirken. Die Stadträtin erklärt jedoch, dies sei nicht Schuld der Stadt, sondern eine bundesweite Regelung, die man ändern müsse. Sonst würden Vermieter mithilfe des Mietspiegels jedes Jahr aufs neue Mietsteigerungen rechtfertigen und die „Spirale (ginge) ewig nach oben“.

Auch Eigentümer-Vertreter und Haus+Grund-Chef Rudolf Stürzer hält sich mit Kritik am Mietspiegel nicht zurück: Experten erhöhten den aktuellen Mietspiegel von 2009 lediglich um die allgemeine Inflation, nämlich 6,3 Prozent. Die Münchner Mieten stiegen allerdings weitaus schneller als die Inflation und somit um mehr als den berechneten Prozentsatz. „Wenn der Mietspiegel richtig gemacht ist, müsste er gegenüber 2007 um rund 20 Prozent höher sein.“, so Stürzer.


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